Finanzen / 23.08.2019

Risiko hinter Geldanlagen richtig einschätzen

Verbraucher können das Risiko ihrer Geldanlage beeinflussen, wenn sie ihre Anlagen mehr oder weniger breit streuen.

Bild zum Thema Risiko hinter Geldanlagen richtig einschätzen: Figuren von Bär und Stier auf einer Zeitung mit Börsenkursen.

Hamburg (dpa/tmn). Fünf bis sieben Prozent: In der Niedrigzinsphase locken gerade Aktienanlagen mit attraktiven Rendite-Erwartungen. Dahinter steckt aber auch immer ein gewisses Risiko, dass Verbraucher einkalkulieren müssen. Jede Anlage ist mit Untersicherheiten, sagt Prof. Ingrid Größl. „Bei Aktien und Rohstoffen sind die Renditeschwankungen etwa sehr hoch“, erklärt die Forschungsdirektorin für Volkswirtschaftslehre beim Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg.

Mit einfachen Rechnungen soll Sparern dargestellt werden, wie viel Geld sie in bestimmten Zeiträumen mit einer Anlage anhäufen – etwa: Wer jeden Monat 100 Euro über 30 Jahre bei durchschnittlich 5 Prozent Jahreszins anlegt, erreicht einen Endbetrag von 81.900 Euro. Wichtig sei aber, dass Sparer neben der Inflationsrate, also der stetigen Entwertung des Geldes, auch das Risiko berücksichtigen, so Größl.

Renditeberechnungen sind keine sicheren Fakten

Zunächst seien Renditeberechnungen Erwartungswerte, die auf Vergangenheitswerten beruhen und meist einen Durchschnitt über Jahrzehnte abbilden. Diesen Wert könnten Sparer also im Durchschnitt am Ende jahrzehntelanger Anlagezeiträume erwarten, wenn das Umfeld annähernd konstant bleibe. Sie sind sehr hypothetisch: „In aller Regel wird meine Rendite in meinem Anlagezeitraum von den Erwartungsrechnungen abweichen“, verdeutlicht die Expertin.

Das Risikomaß berechnet Verlustwahrscheinlichkeiten

Um den Grad der möglichen Abweichung zu beziffern, gibt es verschiedene Risikomaße. Ein klassischer Ansatz ist laut Größl, die im Durchschnitt beobachtete Abweichung von langfristig erhobenen Durchschnittsrenditen zu verwenden – dies werde häufig als Volatilitätsmaß bezeichnet. „Man könnte auch ein Risikomaß nehmen, das zum Ausdruck bringt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein maximaler Verlust nicht überschritten wird – das Value-at-Risk-Maß.“

Verbraucher sollten das Risiko streuen

So oder so: Verbraucher können das Risiko beeinflussen, in dem sie ihre Anlagen mehr oder weniger breit streuen. Wer zum Beispiel einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) auswählt, der über Branchen hinweg anlegt (DAX) oder sogar über Branchen und Regionen (MSCI World), geht wesentlich weniger Risiko ein als mit Titeln einzelner Konzerne.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst