Gesundheit / 04.11.2020

RKI: Was bei begrenzten Testkapazitäten zu tun ist

Das Robert-Koch-Institut hat auf steigende Corona-Tests reagiert. Für die Ärzte hat es die Kriterien angepasst, nach denen ein Test empfohlen wird.

Hände in blauen Handschuhen streifen ein Corona-Test-Wattestäbchen in einem Glasröhrchen ab.

Berlin (dpa). Das Robert Koch-Institut (RKI) hat auf die Grenzen der Corona-Testmöglichkeiten in Deutschland hingewiesen. Je höher die Fallzahlen seien, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen, sagte RKI-Vizechef Lars Schaade am Dienstag in Berlin. Nötig wären dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche – dies sei weder nötig noch erforderlich.

Deshalb habe das RKI die Empfehlungen an Ärzte hinsichtlich der Testkriterien angepasst, sagte Schaade. Faktoren seien etwa die Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein.

Labore sind am Limit der PCR-Testkapazitäten

Über die Lage in der Pandemie sagte Schaade: „Wir sind noch mitten im Marathon.“ Er appellierte an die Bürger, die Verhaltensregeln einzuhalten. Nähme die Fallzahl weiter so schnell zu wie zuletzt – mit einer Verdoppelung innerhalb von zehn Tagen -, gäbe es nach seinen Worten 400.000 Fälle pro Tag bis Weihnachten.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hatten Labore zuvor vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests gewarnt. Die Testkapazitäten seien bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. In der vergangenen Woche wurden demnach insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht.

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 Deutsche Presseagentur