Finanzen / 15.06.2021

Robo-Advisor: So gut ist digitale Vermögensverwaltung wirklich

Vermögen aufbauen per intelligenter Software? Robo-Advisor sollen Anlegern Arbeit abnehmen. Laut „Finanztest“ machen einige das auch gut.

Robo-Advisor: So gut ist digitale Vermögensverwaltung wirklich. – Paar im mittleren Alter schaut lächelnd zusammen auf einen Notebook-Bildschirm.

Berlin (dpa/tmn). Aktien, Börse, Zinsen, Sparen – geht es um Geldanlage, vergeht vielen die Lust. Robo-Advisor wollen genau hier helfen: Die digitalen Anbieter machen Vermögensverwaltung von zu Hause aus für jedermann möglich. Der Kunde muss nur erklären, wie viel Risiko er tragen will, die Fonds sucht dann der Robo aus.

Ein Test der Stiftung Warentest von 25 Angeboten für die Zeitschrift „Finanztest“ (7/2021) zeigt: Einige Robo-Advisor machen durchaus einen guten Job. Bei kleineren Portfolios (40.000 Euro) hat Quirion mit „gut“ am besten abgeschnitten. Elf Empfehlungen waren „befriedigend“, eine ausreichend und acht mangelhaft. Bei den größeren Portfolios (100.000 Euro) schnitt Growney am besten ab.

Information hat größtes Gewicht

Das größte Gewicht bei der Vergabe des Qualitätsurteils wurde dabei auf die Produkt- und Kosteninformation gelegt. Denn bevor Anlegerinnen oder Anleger die vollständige Identität preisgeben, sollten sie sich genau ansehen können, was der Robo vorhat, wie er das Geld anlegt und das Depot aufbaut. Er soll mitteilen, wie viel die Anlage voraussichtlich bringt, wie hoch die Risiken und die Kosten sind.

Auch die Höhe der Kosten hat einen großen Einfluss auf das Qualitätsurteil, denn Kosten mindern direkt die Ertragschancen. Hier gibt es durchaus Unterschiede: Sie lagen im Test für den Robo-Advisor zwischen 0,48 Prozent und 1,19 Prozent. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Kosten für die Fonds, in die investiert wird.

Licht und Schatten bei der Rendite

Nicht in die Bewertung eingeflossen ist die Rendite. Der Grund: Die meisten Robo-Advisor sind noch nicht lange genug am Markt, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Allerdings haben die Warentester geschaut, wie sich die Musterdepots 2020 im Vergleich zu einem Vergleichsmaßstab entwickelt haben.

Zwei Anbieter erreichten die Vergleichsrendite von 6 Prozent demnach annähernd, zwei andere konnten sie sogar übertreffen. Allerdings gab es auch Verluste: In einem Fall kam ein Robo auf ein Minus von knapp über 11 Prozent.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst