Rente / 01.11.2017

Roßbach: In Sorge wegen Jamaika

Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund warnt vor steigenden Beitragssätzen.

Berlin (kma). Hohe Belastungen sieht Gundula Roßbach auf die Rentenkasse zukommen, sollten alle Vorschläge der möglichen Jamaika-Koalition umgesetzt werden. Das sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund im Interview mit der Wirtschaftswoche, das auch auf der Internetseite der Rentenversicherung veröffentlicht wurde.  

Die CSU fordert wie berichtet die Erweiterung der Mütterrente, die Grünen wollen eine Garantierente für langjährige Beitragszahler und die FDP einen frei wählbaren Renteneintritt ab 60.  Sollten alle diese Forderungen umgesetzt werden, ohne die zusätzlichen Leistungen mit Steuermitteln zu subventionieren, müsste der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung vermutlich schon vor 2022 steigen, warnt Roßbach.

Selbstständige in die Rentenversicherung holen

Sie spricht sich aber für eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige aus: „Wir sehen in unseren Statistiken ganz genau, dass Selbstständige eine besondere Risikogruppe in Bezug auf Altersarmut sind: Sie landen viel häufiger in der Grundsicherung als Arbeitnehmer.“ Es spreche daher also viel dafür, „hier tätig zu werden“.  

Einer Deutschlandrente in Form eines Staatsfonds als Alternative zur Riester-Rente, der ohne teure Vertriebskosten auskommt, steht Roßbach skeptisch gegenüber: „Da sind wichtige Fragen bisher aber nicht beantwortet: Wer verwaltet diese Milliarden? Sollte es wirklich eine Beitragspflicht für alle geben? Und vor allem: Welche Monatsrenten könnte man daraus realistisch erwarten?“.

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Autor

Katja Mathes