Gesundheit / 15.03.2021

Rücken-OPs sind meist unnötig

Rückenpatienten müssen nicht zwingend unters Messer. Oft ist eine konservative Behandlung auf lange Sicht die bessere Wahl.

Rücken-OPs sind meist unnötig. – Szene im Operationssaal.

Freiburg (dpa(drv). Ein Großteil der in Deutschland durchgeführten Rücken-Operationen könnte einer Analyse der Techniker Krankenkasse zufolge unnötig sein. Acht von zehn Patienten, die vor einer geplanten OP eine Zweitmeinung einholten, bekamen dabei die Empfehlung, auf den Eingriff zu verzichten, wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilte. Untersucht wurden demnach 6.000 Fälle aus den Jahren 2013 bis 2019, die an bundesweit 30 Schmerzzentren eine Zweitbegutachtung erhielten.

Physio und Verhaltenstherapie sind oft zielführender

Dieter Heinold, Orthopäde an einer Klinik in Freiburg, erklärte: „In den meisten Fällen ist es bei Rückenpatienten zielführender, mit Physiotherapie, Schmerzmitteln, Trainings- und gegebenenfalls auch einer Verhaltenstherapie zu behandeln.“ Eine Operation stelle immer auch ein Risiko dar und sei keine Garantie für langfristige Schmerzfreiheit.

Deutsche Rentenversicherung bietet Präventionsangebote

Die Deutsche Rentenversicherung Bund weist auf ihre Präventionsangebote hin, um Rückenbeschwerden frühzeitig aktiv zu begegnen und schwerwiegende Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle zu vermeiden.

„Wenn wir die Warnsignale unseres Rückens frühzeitig ernst nehmen, lassen sich berufliche Einschränkungen oder längere Ausfallzeiten verhindern. Deshalb unterstützt die Deutsche Rentenversicherung Berufstätige mit einem speziellen berufsbegleitenden Präventionsprogramm“, sagt Dr. Stefan Mondorf, Mitglied im Vorstandsausschuss für Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Das Programm „RV FIT“ kombiniert eine intensive Startphase unter professioneller Anleitung mit einem berufsbegleitendem Trainingsprogramm und abschließender Auffrischungsphase, um die Rückenleiden in den Griff zu bekommen. „Das bedeutet bessere Gesundheit und weniger Fehlzeiten. So gesehen profitieren die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie auch die Arbeitgeber gleichermaßen“, erklärt Dr. Stefan Mondorf.

Autor

dpa/ihre-vorsorge.de