Finanzen / 28.05.2019

„Run-off“ in der Lebens- und Rentenversicherung

Immer mehr Versicherungen stoßen ihre Versicherungsbestände bei Lebens- und Rentenversicherungen ab. Was bedeutet das für Verbraucher?

Bild zum Thema „Run-off“ in der Lebens- und Rentenversicherung: Mann schaut auf ein Dokument, er hält in der Hand einen Stift und legt die Finger an den Kopf.

Berlin/Düsseldorf (dpa/tmn). Lebens- und Rentenversicherungen galten lange als die Altersvorsorgeprodukte schlechthin. Für die Versicherungswirtschaft waren sie ein Erfolgsmodell. Zwar gab es nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende 2018 noch knapp 87 Millionen Verträge in Deutschland.

Kein Profit zu machen mit Niedrigzinsen und lebenslangen Garantien

In der Niedrigzinsphase zeigen sich aber Probleme mit den lebenslangen Garantien. Immer mehr Versicherer stoßen deshalb ihre Versicherungsbestände ab. Dieses Geschäft wird als Run-Off bezeichnet. Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) befinden sich in Deutschland derzeit sechs Lebensversicherer im Run-Off.

Kunden sollten ihren Vertrag prüfen

„Kunden sollten das zum Anlass nehmen, ihren Vertrag auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Rita Reichard von der Verbraucherzentrale NRW. „Vielleicht lohnt sich der Vertrag ja nicht mehr?“ In diesem Fall könne eine Kündigung der richtige Weg sein. Allerdings seien mit einer Kündigung oft auch finanzielle Nachteile verbunden. „Insofern muss das immer gut abgewogen werden.“

In jedem Fall ist es ratsam, die Standmitteilungen zu prüfen. Die garantierte Versicherungssumme beziehungsweise Rente und bereits zugeteilte Überschüsse dürfen nicht reduziert werden. Andernfalls ist eine Beschwerde bei der Finanzaufsicht BaFin angebracht.

Weitere Informationen

www.bafin.de
Ansprechpartner für Beschwerden bei der Bafin

www.versicherungsombudsmann.de
Versicherungsombudsmann

www.vzbv.de
Forderungspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (PDF)

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst