Rente / 25.05.2018

Scholz will Drei-Säulen-Info auf einem Blatt

Bundesfinanzminister: Wir arbeiten mit Nachdruck an einheitlicher Versicherteninformation. BMAS deutete noch im Januar Probleme an.

Berlin (sth). Die Bundesregierung will die regelmäßigen Mitteilungen von Rentenversicherung und Finanzdienstleistern zum individuellen Stand der Altersvorsorge künftig auf einem Blatt bündeln. "Mit Nachdruck arbeiten wir gerade an einer einheitlichen Versicherteninformation", sagte Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) jetzt in einem Zeitungsinterview. "Jeder Bürger soll auf einem Blatt Papier sehen können, was er aus der gesetzlichen Rente, aus einer Betriebsrente oder Pensionskassen und seiner privaten Vorsorge am Ende fürs Alter 'rausbekommt. Noch muss man sich all diese Werte mühsam zusammensuchen." Scholz fügte hinzu: "Ich hoffe, dass wir eine solche komplette Renteninformation bald hinbekommen."

Noch vor wenigen Monaten hatte das Bundessozialministerium (BMAS) erklärt, dass für eine gemeinsame Information über alle Altersvorsorge-Ansprüche der Bürger noch keine befriedigende Lösung in Sicht sei. Zwar hatte die Bundesregierung Mitte vergangenen Jahres im sogenannten Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen, weitere Schritte auf dem Weg zu einer "säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" zu prüfen. Doch sei eine ebenso verständliche wie vergleichbare Information aller Anbieter von Vorsorgeprodukten auf absehbare Zeit "nicht realistisch", sagte Rentenexperte Konrad Haker vom BMAS im Januar auf einer Tagung des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung.

Das Hauptproblem bei der Zusammenführung der bisher getrennten jährlichen Übersichten von gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge-Anbietern seien die darin enthaltenen sehr "heterogenen und teilweise wenig nachvollziehbaren" Angaben, hatte Haker vor Rentenexperten und Wissenschaftlern erklärt. Teilweise sei zum Verständnis der Schreiben sogar "detailliertes Fachwissen erforderlich". Zudem enthielten die Vorsorgeinformationen nach Hakers Angaben vielfach unterschiedliche Begriffe. Unterschiedliche Annahmen in den Informationen trügen schließlich dazu bei, die Transparenz der Schreiben eher zu verringern als zu verbessern.

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Autor

Stefan Thissen