Gesundheit / 25.10.2017

Schwere Erkrankung der Gehirns

Alzheimer häufigste Form der Demenzerkrankungen - Noch keine Heilung

Offenbach (kjs/QuintilesIMS). Alzheimer ist eine schwere Erkrankung des Gehirns und mit rund 60 Prozent aller Fälle die häufigste Form unter den Demenzerkrankungen. Trotz intensiver Forschung können Medikamente bisher lediglich die Verschlechterung von Symptomen verzögern, aber keine Heilung bringen.

Zahl der Erkrankungen steigt

Weltweit leiden nach Aussage von Quintiles IMS 47 Millionen Menschen an Demenzerkrankungen. Die demografische Entwicklung trägt dazu bei, dass mit zunehmendem Alter die Zahl der Erkrankten weiter steigen wird. Schätzungen gehen von 131 Millionen Betroffenen im Jahr 2050 aus. Das wird zu rasch steigenden Krankheitskosten führen, in erster Linie im Bereich Pflege und Betreuung.

Die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) bei den über 60-Jährigen lag im Jahr 2015 weltweit je nach Region zwischen 4 und 7 Prozent. Im Einzelnen betrug sie in

  • Westeuropa: 6,9 Prozent
  • Amerika: 6,4 Prozent
  • Zentralasien: 4,2 Prozent
  • Südost-Asien: 5,8 Prozent
  • Ozeanien: 3,5 Prozent
  • Osteuropa: 4,6 Prozent

Häufig auch noch Depressionen oder Schlafstörungen

Häufig leiden Demenzerkrankte auch unter Depressionen, Schlafstörungen oder Aggressivität. Die begleitende Behandlung umfasst daher auch Verordnungen von Antidepressiva und Psycholeptika. Im Jahr 2016 verordneten niedergelassene Ärzte in Deutschland 2,9 Millionen Arzneimittel bei der Diagnose Demenz. Die Tendenz ist laut Informationen des Beratungsunternehmens QuintilesIMS steigend (plus 4 Prozent).

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In der Gruppe der über 65-Jährigen erkrankt fast jeder dritte Mann und sogar jede zweite Frau an Demenz. Dementsprechend entfallen in dieser Altersgruppe gut zwei Drittel der verordneten Arzneimittel auf Frauen (1,9 Millionen Verordnungen – plus 3 Prozent) und 0,9 Millionen Verordnungen (plus 6 Prozent) auf Männer.

Forschung nach zuverlässiger Frühdiagnose

Mittlerweile ist es Forschern gelungen, durch Alzheimer bedingte Veränderungen bis zu 25 Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Symptome im Körper nachzuweisen. Dies lässt darauf schließen, dass möglichst früh in den Krankheitsprozess eingegriffen werden muss. Derzeit konzentriert sich die Forschung darauf, den natürlichen Abtransport der Eiweißablagerungen im Gehirn zu verbessern. Zusätzlich wird nach einer zuverlässigen Frühdiagnose geforscht, um Menschen mit Alzheimer-Risiko so früh wie möglich identifizieren und behandeln zu können.

Autoren: Karl-Josef Steden // QuintilesIMS