Rente / 05.01.2022

Sechs Millionen Beschäftigte mehr als zehn Jahre zuvor

Versichertenbericht der Rentenversicherung weist für 2019 knapp 23 Prozent mehr Rentenbeitragszahler unter Arbeitnehmern aus als 2009.

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Berlin/Bad Homburg (sth). Die 2010er-Jahre waren nicht nur für den deutschen Arbeitsmarkt, sondern auch für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) eine außerordentlich erfolgreiche Dekade. Nach dem Ende der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 stieg die Zahl der rentenversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland bis kurz vor Beginn der Corona-Pandemie um fast sechs Millionen auf rund 32,2 Millionen. Das waren so viele „wie nie zuvor seit Bestehen der gesetzlichen Rentenversicherung”, heißt es im jetzt veröffentlichten DRV-Versichertenbericht 2021. Das Versicherten-Plus zwischen 2009 und 2019 betrug demnach 22,7 Prozent.

Die größte Steigerung des Beschäftigtenanteils war dem Bericht zufolge „bei ostdeutschen Männern mit 11,3 Prozentpunkten, gefolgt von westdeutschen Frauen mit 10,7 Prozentpunkten und ostdeutschen Frauen mit 9,9 Prozentpunkten” festzustellen. Da der Anstieg in der größten Beschäftigtengruppe, bei westdeutschen Männern, im gleichen Zeitraum am geringsten war, „kam es über die Zeit zu einer Angleichung der Beschäftigungsquoten von Männern in den alten und Personen beiderlei Geschlechts in den neuen Bundesländern bei etwa 61 Prozent”, heißt es. Frauen in den alten Bundesländern verzeichneten demnach „zwar einen recht hohen Zuwachs” ihrer Beschäftigungsquote, aufgrund des geringen Ausgangsniveaus liege ihre Beschäftigungsquote jedoch „weiterhin unterhalb derer der anderen Gruppen”.

Anteilig größter Zuwachs bei rentenpflichtigen Minijobbern

Anteilig den größten Beschäftigtenzuwachs gab es laut Versichertenbericht bei Minijobbern, die den Rentenbeitrag ihres Arbeitgebers – in den meisten Fällen 15 Prozent des Lohns – aus eigener Tasche auf den vollen Beitragssatz von derzeit 18,6 Prozent aufstockten. Deren Zahl habe sich innerhalb von zehn Jahren „fast verdreifacht”, so die DRV. Einen „maßgeblichen Anteil” an dieser Entwicklung habe die 2013 eingeführte generelle Rentenversicherungspflicht für Minijobber gehabt (auf die man auf eigenen Wunsch verzichten kann, d. Red.). Dadurch sei die Zahl der geringfügig Beschäftigten, die eigene Rentenbeiträge zahlen, zwischen 2012 und 2013 „sprunghaft von 380.000 auf rund eine Million” gestiegen. Allerdings sei die Quote der Rentenbeitragszahler unter den Minijobbern gemessen an allen versicherungspflichtig Beschäftigten „mit 3,8 Prozent weiterhin gering”, stellen die Rentenstatistiker fest.

Rückläufig war im vergangenen Jahrzehnt dem Bericht zufolge die Zahl der rentenversicherten Auszubildenden. Ein Grund dafür seien „die demografischen Veränderungen in Deutschland”. Immer weniger Menschen erreichten das Alter, in dem „in der Regel eine Berufsausbildung begonnen wird”, so die DRV. Seien 2009 noch 4,5 Millionen Personen hierzulande zwischen 16 und 20 Jahren alt gewesen, waren es laut Versichertenbericht im Jahr 2019 nur noch 4,1 Millionen. Ein weiterer Grund für die sinkende Zahl der Auszubildenden war demnach „die stärkere Orientierung hin zu akademischen Abschlüssen”. Aus den ohnehin kleineren Geburtsjahrgängen wären deshalb weniger junge Menschen in eine versicherungspflichtige Ausbildung gewechselt. Erst in jüngster Vergangenheit habe es aufgrund des „gewachsenen Angebots an Ausbildungsstellen” wieder einen Zuwachs in dieser Altersgruppe gegeben, heißt es seitens der Rentenversicherung.

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Autor

Stefan Thissen