Gesundheit / 01.07.2019

Selbstgemachte Zahnpasta? – Lieber nicht.

Selber machen statt kaufen: Für selbstgemachte Zahnpasta gibt es zahlreiche Anleitungen im Netz. Ein Zahnmediziner rät aber davon ab.

Bild zum Thema Selbstgemachte Zahnpasta: Junge Frau putzt sich die Zähne.

Witten (dpa/tmn) . Im Internet gibt es viele Anleitungen, um Zahnpasta selbst zu mischen. Oft geht es darum, vor allem auf natürliche Zutaten zu setzen und etwa auf Fluorid zu verzichten. Allerdings taugten alte Hausmittel nicht als Ersatz für Zahnpasten mit Fluorid, erklärt der Zahnmediziner Prof. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke. Fluorid sei wichtig zum Schutz vor Karies und sollte deshalb in Zahnpasta enthalten sein.

Und das ist nicht alles: Zahnpasta aus dem Handel enthält auch sogenannte Abrasivstoffe – diese Putzkörper schmirgeln die Zähne gewissermaßen ab. Zu viele davon können aber schaden.

Wirksamkeit von alten Hausmitteln nicht belegt

Genau das kann beim Selbstmischen passieren, wenn man beispielsweise Schlämmkreide hinzufügt. Ist diese industriell verarbeitet, werde bei der Herstellung darauf geachtet, dass etwa die Körner einheitlich groß sind und die Konzentration gleich bleibt. Das dürfte bei der Herstellung zu Hause kaum möglich sein, warnt Zimmer, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) ist.

Außerdem beugen „zeitgemäße“ Zahnpasten etwa Zahnfleischbluten, bakteriellem Zahnbelag oder Zahnstein vor, so Zimmer. Verbraucher sollten auf diese Wirkungen nicht verzichten. Aus seiner Sicht sind die kursierenden Anleitungen zum Selbermachen „alte Hausrezepte, deren Wirksamkeit nicht belegt ist“.

Weitere Informationen

idw-online.de
Mitteilung der Universität Witten/Herdecke

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst