Soziales / 26.07.2018

Sexuelle Belästigung: Arbeitgeber muss reagieren

Abmahnung, Umsetzung, Versetzung oder Kündigung – Vorwürfe sollten schnell geklärt und Verstöße sanktioniert werden.

Freiburg (dpa/tmn). Wenn sich jemand am Arbeitsplatz sexuell belästigt fühlt, sind Vorgesetzte verpflichtet darauf zu reagieren. Sie müssen dann die Vorwürfe prüfen und die eventuelle Belästigung unterbinden. Dies verlange die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, erklärt Nina Bogenschütz, Fachanwältin für Arbeitsrecht, im „Personalmagazin“ (Ausgabe 8/2018).

Mögliche Maßnahmen seien eine Abmahnung, Umsetzung, Versetzung oder eine Kündigung desjenigen Beschäftigten, der jemanden sexuell belästigt hat.

Arbeitgeber kann gerichtlich belangt werden

Reagiert der Arbeitgeber nicht, können Betriebsrat und Gewerkschaft gerichtlich gegen ihn vorgehen. Zudem könnten belästigte Mitarbeiter unter Umständen Schadenersatzansprüche geltend machen oder sogar ihre Arbeitsleistung verweigern.

Idealerweise gibt es in Unternehmen anonyme Beschwerdemechanismen, Schulungen sowie Ethik-Richtlinien als Orientierungshilfe.

Wann liegt eine sexuelle Belästigung vor?

Eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz liegt bei unerwünschten Berührungen, anzüglichen Verhaltensweisen, aber auch bei sexuell anzüglichen Bemerkungen oder Forderungen zu intimen Handlungen vor. Sie muss nicht sexuell motiviert sein, sondern kann auch Mittel einer Machtdemonstration sein.

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst