Rente / 18.04.2019

So kommt die Rentenerhöhung 2019 zustande

Zum 1. Juli steigen die Renten in West- und Ostdeutschland um mehr als drei Prozent. Ein Experte erklärt, wie gerechnet wird.

Bleistift und Taschenrechner – Bildnachweis: shutterstock.com © sebra

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Rentner in Deutschland bekommen ab dem 1. Juli erneut spürbar höhere gesetzliche Ruhestandsbezüge. In Westdeutschland steigen die Renten um 3,18 Prozent, im Osten sogar um 3,91 Prozent, wie das Bundesarbeitsministerium (BMAS) vor knapp vier Wochen bekanntgab. Der "aktuelle Rentenwert", der den Rentenanspruch eines Durchschnittsverdieners nach einem Jahr Zahlung von Rentenbeiträgen angibt, steigt demnach in den westlichen Bundesländern von gegenwärtig 32,03 Euro auf 33,05 Euro, der aktuelle Rentenwert (Ost) von 30,69 Euro auf 31,89 Euro.

Grundlage für die Rentenanpassung ist nach Angaben des BMAS die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 2,39 Prozent in den alten Ländern und 2,99 Prozent in den neuen Ländern. Daneben wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt sich mit +0,64 Prozentpunkten positiv auf die Rentenanpassung aus, zudem der Faktor Altersvorsorgeaufwendungen – der die Kosten der Versicherten für ihre zusätzliche Altersvorsorge abbildet – mit +0,13 Prozentpunkten.

Doch wie funktioniert die Rentenanpassung 2019 genau? Der Berliner Rentenexperte Johannes Steffen hat nachgerechnet und erklärt, wie die drei Faktoren

  • Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte,
  • Belastungsveränderung bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven (Beitragssatz zur Rentenversicherung sowie privater Altersvorsorgeanteil) und
  • der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor

zum aktuellen Rentenwert führen. Zudem erklärt er, dass dieser Wert für die neuen Bundesländer wegen der angestrebten Angleichung der Rentenwerte West und Ost nicht unter dem West-Wert liegen darf und auch die derzeit geltende "Haltelinie" für das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent durch die Rentenanpassungsformel nicht unterschritten werden darf.

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Erläuterung der Rentenanpassung 2019 durch den Rentenexperten Johannes Steffen (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen