Rente / 30.03.2022

So sehen Macrons neue Rentenpläne aus

Frankreichs Präsident will in seiner nächsten Amtsperiode die Altersgrenze von 62 auf 65 Jahre anheben. Doch sein erster Reformversuch scheiterte.

Bild zum Beitrag "So sehen Macrons Rentenpläne aus"

Paris/Brüssel (dsv/sth). Der französiche Präsident Emmanuel Macron plant erneut eine Rentenreform. Wie das Europabüro der Deutschen Sozialversicherung (DSV) berichtet, will Macron die Altersgrenze für Beschäftigte im Fall seiner Wiederwahl von 62 auf 65 Jahre erhöhen. Erwerbs­unfähigkeit, beschwer­li­che Tätig­kei­ten und die Dauer der beruf­li­chen Lauf­bahn sol­len demnach jedoch berücksichtigt werden. Zudem sei vor­ge­se­hen, die Son­der­sys­teme in bestimm­ten Berufs­grup­pen abzu­schaf­fen, heißt es in dem Bericht – zumin­dest für Neu­ein­stei­ger. Im Gegen­zug werde die Min­dest­rente bei vol­lem Ren­ten­be­zug von 1.000 Euro auf 1.100 Euro erhöht, zudem seien wei­tere Steu­er­er­leich­te­run­gen geplant.

Das französische Rentensystem steht jedoch nicht zuletzt aufgrund seiner relativ großzügigen Regelungen schon seit Län­ge­rem vor finan­zi­el­len Pro­ble­men. Bereits nach seinem Amtsantritt 2017 hatte Macron deshalb versucht, das Rentenalter in Frankreich anzuheben – damals auf 64 Jahre. Zudem plante er eine Ver­ein­heit­li­chung des Sys­tems durch Abschaf­fung von Son­der­re­ge­lun­gen. Die Reformpläne führ­ten jedoch zu mas­si­ven poli­ti­schen Wider­stän­den und mona­te­lan­gen Streiks. Den­noch stan­den sie im Früh­jahr 2020 kurz vor der end­gül­ti­gen Ver­ab­schie­dung – und wur­den dann auf­grund der Corona-Pan­de­mie aus­ge­setzt.

Frank­reichs Ren­ten­ver­si­che­rungs­sys­tem besteht aus einer Grund­ver­sor­gung und einer gesetz­li­chen Zusatz­ver­si­che­rung. Die Grund­rente beruht unter anderem auf dem durch­schnitt­li­chen Jah­res­ein­kom­men (Brut­to­ar­beits­ent­gelt) der 25 bes­ten Jahre im Berufs­ver­lauf und der Ver­si­che­rungs­dauer. Die Zusatz­rente wird nach einem Punk­te­sys­tem berech­net. Zudem gibt es etwa 40 Son­der­sys­teme für bestimmte Berufs­grup­pen. Bei gerin­gem Ein­kom­men kön­nen außer­dem bis zu etwa 900 Euro zusätz­lich an Rent­ne­rin­nen und Rent­ner aus­ge­zahlt wer­den.

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen