Finanzen / 08.12.2020

So wirkt das Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat das Konjunkturpaket positive Auswirkungen. Welche genau?

Mehrere Holzklötze mit Aufschrift Konjunkturpaket und Wirtschaftssymbolen liegen vor einer Computertastatur.

Berlin (dpa). Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Abfederung der Corona-Krise zeigt einer Studie zufolge Wirkung. Es stabilisiere bereits jetzt die Wirtschaftslage und dürfte mittelfristig das Wachstum anschieben, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Finanzministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

130 Milliarden Euro schweres Paket

Die schwarz-rote Koalition hatte sich im Sommer auf ein mehr als 130 Milliarden Euro schweres Paket unter anderem mit geringerer Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen und Zuschüssen für Familien verständigt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung dadurch in diesem Jahr um 1,3 und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent höher liegt als in einem Szenario ohne Konjunkturpaket.

Die Bundesregierung geht derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2020 deutlich schrumpft, im kommenden Jahr aber wieder Fahrt aufnimmt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht für 2020 von einem Einbruch um 5,5 Prozent aus. Dieser wäre mit der historischen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise vergleichbar. Damals wurde ein Minus von 5,7 Prozent verzeichnet.

DIW: Konjunkturpaket wirkt voraussichtlich bis 2024

Nach Einschätzung des DIW wird das Konjunkturpaket vor allem mittelfristig helfen. Zwar ziele der Großteil der Maßnahmen wie Überbrückungshilfen und Subventionen darauf ab, Unternehmen kurzfristig zu entlasten. Doch rentiere sich das Programm durch Investitionen in Höhe von rund 45 Milliarden Euro vor allem in den Jahren bis 2024. Bis dahin generiere ein Euro öffentliche Mehrausgabe rund 1,1 Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung. Auch wenn die finanzpolitischen Maßnahmen selbst ausliefen, wirke das Konjunkturprogramm durch die längerfristigen Investitionen nach

Konjunkturdämpfer: neuer Lockdown

Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Effekte des Konjunkturprogramms in den kommenden Monaten reduzieren könnte, etwa, wenn die Infektionen weiter steigen und das öffentliche Leben wieder stärker eingeschränkt werden muss.

Autor

 Deutsche Presseagentur