Gesundheit / 06.06.2019

Sonnenschutz nicht vergessen!

Der Sommer kommt und die Sonne gleich mit. Doch UV-Strahlung hat auch ihre Schattenseiten und kann Hautkrebs erzeugen. Wie lässt sich vorbeugen?

Sonnenschutz ist wichtig, um Hautkrebs vorzubeugen. Das Bild zeigt einen Sonnenmilch-Smiley auf dem Rücken einer Frau.

Bad Homburg (kjs/ams). Nach Erkenntnissen zweier Umfragen aus Bayern nutzen Männer seltener Sonnencreme als Frauen und verwenden zudem häufiger einen zu niedrigen Lichtschutzfaktor. Darauf weist der AOK-Mediendienst hin.

Zwar ist die Männerhaut im Schnitt um 20 Prozent dicker als Frauenhaut, gegen ultraviolette (UV)-Strahlung hilft dies jedoch nicht. Zu viel UV-Strahlung durch Sonne oder Besuch eines Solariums ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Schwarzer Hautkrebs am gefährlichsten

Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Das Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln, liegt in Deutschland laut deutscher Krebsgesellschaft aktuell etwa bei eins zu 500.

Im Jahr 2014 sind nach Angaben des Robert Koch-Institut in Deutschland rund 10.900 Männer und 10.300 Frauen neu an einem malignen Melanom erkrankt. Das sind mehr als fünfmal so viel wie in den 1970er-Jahren.

Der Grund für die steigende Anzahl an Hautkrebserkrankungen wird vor allem in einer hohen UV-Belastung durch ein verändertes Freizeitverhalten gesehen, etwa durch zu lange Aufenthalte in der Sonne ohne entsprechenden Schutz.

Hohe Überlebensrate

Schwarzer Hautkrebs tritt bei Männern am häufigsten am Rücken, bei Frauen vor allem an den Unterschenkeln auf. Die Überlebensrate ist hoch, da etwa zwei Drittel aller Melanome in einem frühen Tumorstadium entdeckt werden. Dennoch sind Männer etwas gefährdeter als Frauen. So überleben 91 Prozent der Männer die ersten fünf Jahre, während bei den Frauen immerhin 94 Prozent überlebten.

Betrachtet man die ersten zehn Jahre der Erkrankung, so betrug die Überlebensrate bei den Männern 89 Prozent und bei den Frauen 94 Prozent.

Programm zum Hautkrebs-Screening

Im Jahr 2008 wurde in Deutschland ein Screening-Programm für Männer und Frauen zur Früherkennung von Hautkrebs eingeführt. Beim Hautkrebs-Screening befragt der Arzt die Patientin oder den Patienten nach Hautveränderungen und begutachtet die Haut am ganzen Körper, einschließlich des behaarten Kopfes und der Hautfalten.

Das Screening können alle gesetzlich Krankenversicherten über 35 Jahre alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Einen verdächtigen Befund muss eine Fachärztin oder ein Facharzt für Dermatologie abklären.

Weißer Hautkrebs häufiger

Außer schwarzen gibt es auch weiße Hautkrebstypen. Zu letzteren gehören vor allem das Basalzellkarzinom (Basilom) mit einer Häufigkeit von 80 Prozent und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) mit 20 Prozent.

Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr bis zu 170.000 Personen an weißem Hautkrebs erkranken. Damit kommt weißer Hautkrebs zwar deutlich häufiger vor als schwarzer, doch breitet sich der weiße Hautkrebs nur selten im Körper aus.

Schatten ist der beste Sonnenschutz

Es gibt kein Frühwarnsystem für die UV-Strahlung: Die Haut rötet sich erst, wenn sie schon geschädigt ist. Und mit jedem Sonnenbrand – vor allem in der Kindheit – steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Im Schatten lässt sich die UV-Strahlung um 50 bis 95 Prozent vermindern. Besonders gut schützt dichtes Blattwerk von Bäumen. Ist kein schattiges Plätzchen vorhanden, hilft Kleidung, wenn sie dunkel, fest gewebt oder dicht und ungebleicht ist. Materialien wie Polyester, Jeans und Wolle halten mehr UV-Licht ab als dünne Baumwollstoffe, Leinen, Seide oder Viskose.

Sonnencreme wirkt übrigens nur, wenn genug davon verwendet wird. Eine 200-ml-Flasche reicht bei einem Erwachsenen für etwa sechs Anwendungen am ganzen Körper. Wichtig ist auch, die Sonnencreme rechtzeitig zu verwenden und nicht erst, wenn man schon eine Weile in der Sonne war. Die meisten Lichtschutzmittel wirken sofort nach dem Auftragen, manche müssen jedoch erst einige Zeit einwirken, bevor sie einen Schutz bieten. Der Lichtschutzfaktor sollte 30 und mehr betragen.

Autor

Karl-Josef Steden