Soziales / 31.07.2018

Sorgerecht: Kind muss angehört werden

Urteil: Gericht muss Kinder unter 14 Jahren in einem Sorgerechtsstreit anhören

Saarbrücken (dpa/tmn). In Sorgerechtsverfahren müssen Kinder unter 14 Jahren persönlich angehört werden. Das gilt zumindest dann, wenn der Wille und die Bindung des Kindes für die Entscheidung von Bedeutung sind. Das hat das Saarländische Oberlandesgericht entschieden, wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein mitteilt (Aktenzeichen: 9 UF 54/17).

Kinder unter 14 Jahren müssen persönlich angehört werden

In dem verhandelten Fall sind die Eltern geschieden, die Kinder leben bei der Mutter. Diese beantragte im Mai 2017 das alleinige Sorgerecht. Der Vater war damit nicht einverstanden.

Vor Gericht hatte er Erfolg. Die Richter verwiesen darauf, dass das Familiengericht es versäumt habe, die Kinder anzuhören. Laut Gesetz müsse das Familiengericht ein Kind, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, persönlich anhören.

Auch eine Anhörung in einem vorherigen Verfahren mache die erneute Befragung nicht verzichtbar. Das Gericht hob den Beschluss auf und verwies die Sache an das Familiengericht zurück.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst