Gesundheit / 29.07.2019

Sozialdienste im Krankenhaus helfen

Welche nachstationäre Anschlussbehandlung ist sinnvoll und wer ist der Träger? Sozialdienste im Krankenhaus wichtige Anlaufstelle für Patienten.

Ein Patient im Gespräch im Krankenhaus. Sozialdienste beraten, wie es nach der Klnik weitergeht.

Bad Homburg (kjs). Im Anschluss an eine stationären Krankenhausbehandlung werden für manche Patienten nachstationäre Anschlussbehandlung medizinisch notwendig. Das stellt gelegentlich die Betroffenen und ihre Angehörigen vor Fragen oder sogar Probleme, da das Spektrum der vielfältigen Leistungsarten im deutschen Sozialsystem komplex ist, zumal auch noch unterschiedliche Leistungsträger dafür zuständig sind.

Versorgungsmanagement im Krankenhaus

Seit 2007 ist im Sozialgesetzbuch geregelt, dass Versicherte einen kostenlosen Anspruch auf ein Versorgungsmanagement haben, insbesondere zur Lösung von Problemen beim Übergang von einer Krankenhausbehandlung in einen nachstationären Versorgungsbereiche. Die meisten Krankenhäuser bieten deshalb Patienten während ihres Aufenthaltes Beratungsmöglichkeiten durch ihren Sozialdienst an, in dem erfahrene Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter tätig sind. Voraussetzung ist allerdings, dass der Patient dem Versorgungsmanagement und einer dazu erforderlichen Übermittlung von Daten zustimmt. Diese Leistungen der Krankenhäuser sind für den Versicherten kostenlos.

Ziel: Nahtloser Übergang nach dem Krankenhaus

Der Sozialdienst sorgt im Idealfall für einen nahtlosen Übergang an der Schnittstelle zwischen dem stationären in den nachgehenden Versorgungsbereich. Er berät den Patienten und seine Angehörigen über die Möglichkeiten der nachstationären Versorgung. Zugleich informiert er über die Kostenübernahme bei notwendigen Anschlussmaßnahmen und hilft auf Wunsch bei der Beantragung dieser Leistungen. Sozialdienste helfen auch weiter, wenn Patienten befürchten, durch die Erkrankung in eine finanzielle oder soziale Notlage zu geraten, oder wenn die Situation am Arbeitsplatz geklärt werden muss.

Für die notwendigen Maßnahmen sind häufig unterschiedliche Kostenträger zuständig, über die der Sozialdienst informiert und die im konkreten Fall auch vom Sozialdienst kontaktiert werden:

Gesetzliche Krankenversicherung

Der Sozialdienst klärt, welche Leistungen nach der Entlassung von der Krankenversicherung übernommen werden, zum Beispiel Medikamente, Heil- und Hilfsmittel (zum Beispiel Rollstuhl) oder häusliche Krankenpflege. Auch Informationen zu Zuzahlungen, die Patienten selbst leisten müssen, können ein Thema sein. Sie unterstützen auch bei der Organisation der Versorgung zu Hause. Die Beratung umfasst auch die fachärztliche Anschlussversorgung. Außerdem können sie über die Anerkennung einer Schwerbehinderung informieren und bei der Antragstellung helfen. Ferner informiert der Sozialdienst über ergänzende Maßnahmen zur ambulanten Versorgung (Haushaltshilfe, ambulante Hospizhilfe, Palliativversorgung) sowie über Leistungen der Krebsberatungsstellen und deren Finanzierung.

Gesetzliche Pflegeversicherung

Ist nach der Krankenhausbehandlung eine Kurzzeitpflege oder eine Dauerpflege angezeigt, vermittelt der Sozialdienst eine Pflegeberatung im Rahmen der sozialen Pflegeversicherung. Er klärt im Gespräch mit dem Patienten und Bezugspersonen, ob eine häusliche Versorgung über einen ambulanten Pflegedienst möglich ist. Eine Unterstützung erfolgt auch bei der Frage des Grades der Pflegebedürftigkeit, der Vermittlung von Pflegeheimen oder der Beantragung von Leistungen der Sozialhilfeträger. Ansprechpartner für die Leistungen der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, die bei den Krankenkassen angesiedelt sind.

Gesetzliche Rentenversicherung

Sofern es um medizinisch notwendige Rehabilitationsmaßnahmen, wie Anschlussheilbehandlung, oder um Rentenfrage geht, vermittelt der Sozialdienst den Kontakt zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Autor

Karl-Josef Steden