Soziales / 13.01.2021

Sozialer Sektor wird 2040 zum größten Wirtschaftsbereich

Prognose des IAB: Die Alterung der Bevölkerung führt dazu, dass der Pflegesektor zukünftig die meisten Erwerbstätigen stellen wird.

Sozialer Sektor wird 2040 zum größten Wirtschaftsbereich. – Weibliche Pflegekraft schiebt Senior im Rollstuhl einen Gang entlang.

Nürnberg (dpa). Das Gesundheits- und Sozialwesen wird vom Jahr 2040 an der größte Wirtschaftsbereich in Deutschland sein. Das ist das Ergebnis einer Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Alterung der Bevölkerung werde dazu führen, dass der Sektor mit bundesweit dann sieben Millionen Beschäftigten die meisten Erwerbstätigen stellen werde, teilte das der Bundesagentur für Arbeit angegliederte Forschungsinstitut am Dienstag mit. Gleichzeitig dürften weiter Arbeitskräfte fehlen.

Dies bedeute, dass die Zahl der Beschäftigten sich im Gesundheits- und Sozialbereich in den nächsten 20 Jahren um 660.000 erhöhen werde. Die Projektion erstellte das IAB gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Sozialer Sektor wächst, verarbeitendes Gewerbe nimmt ab

Im Gegenzug werde die Zahl der Erwerbstätigen im verarbeitenden Gewerbe abnehmen. Die Zahl werde sich bis 2040 um 1,4 Millionen auf dann 6,1 Millionen Menschen reduzieren, ermittelten die Forscher. Dies sei auf nachlassende Exporte und den Anpassungsdruck, etwa in der Automobilindustrie, zurückzuführen.

Im Dienstleistungssektor verringert sich laut Prognose der Anteil der Erwerbstätigen, die im Handel sowie in Autowerkstätten beschäftigt sind. Ausnahme bleibe der Online-Handel, in dem allerdings vergleichsweise wenig Personal gebraucht werde.

Fachkräftemangel wird sich verschärfen

Die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte in Deutschland werde zugleich zurückgehen. Das gelte für alle Bundesländer mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Besonders stark werde der Rückgang im Osten Deutschlands erwartet. Es sei mit Engpässen zu rechnen.

„Für Arbeitgeber dürfte die Rekrutierung von Arbeitskräften in vielen Wirtschaftsbereichen und Regionen in der längeren Frist zunehmend schwieriger werden“, heißt es in der Mitteilung der Institute. Wolle man die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht aufs Spiel setzen, seien gut ausgebildete Arbeitskräfte unabdingbar.

Autor

 Deutsche Presseagentur