Gesundheit / 16.07.2021

Spätes Schlafengehen erhöht Risiko für Übergewicht

Was hat die Zubettgehzeit mit dem Körpergewicht zu tun? Viel, sagen chinesische Forscher.

Spätes Schlafengehen erhöht Risiko für Übergewicht. – Zwei Füße stehen auf einer Waage bei schwachem Licht..

Zwei Füße auf einer Waage.

Chicago (iv). Wer spät schlafen geht, neigt eher zu Fettleibigkeit bekannt. Aber auch ein Mittagsschläfchen und zu wenig nächtlicher Schlaf wirken sich ungünstig auf das Körpergewicht aus. Das ist das Ergebnis einer großen Übersichtsstudie aus China, die in der Zeitschrift der American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde.

Die Forscher der Universität Hongkong werteten 60 Studien aus 26 Staaten aus. Insgesamt wurden die Daten von über 130.000 Freiwilligen im Alter zwischen 35 und 70 aus verschiedenen sozialen Schichten analysiert. Erfasst wurden neben den Körpermaßen die abendliche Zubettgehzeit, die Schlafdauer und gegebenenfalls auch das Nickerchen am Tag. Von Fettleibigkeit oder Adipositas spricht man nach der Definition der WHO, wenn der Body-Mass-Index über 30 liegt.

Besser früh schlafen gehen

Gut 14 Prozent der Teilnehmer gingen erst nach Mitternacht ins Bett. Ihr Adipositas-Risiko lag um 20 Prozent höher als das der Teilnehmer, die zwischen 20 und 22 Uhr schlafen gingen. Wer erst nach 2 Uhr ins Bett ging, hatte sogar ein um mehr als ein Drittel erhöhtes Risiko. Mit 8 Prozent nur leicht erhöht war das Risiko der Gruppe, die nach 22 Uhr, aber noch vor Mitternacht ins Bett gingen.

Zu wenig Schlaf macht dick

Das Adipositas-Risiko steigt laut Studie ebenfalls deutlich bei einer Schlafdauer von unter fünf Stunden. Im Mittel schliefen die Probanden 7,8 Stunden. Die Kurzschläfer hatten ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko. Länger als 8 Stunden zu schlafen, reduziert das Risiko nur leicht um maximal 7 Prozent.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Nickerchen am Tag. Es erhöhte bei den Teilnehmern besonders das Risiko von Bauchfettleibigkeit, also einem Bauchumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und 88 Zentimetern bei Frauen: um 19 Prozent bei bis zu einer Stunde Schlaf und sogar um 39 Prozent bei mehr als einer Stunde.

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Autor

Boris Dunkel