Finanzen / 11.02.2022

Sparer setzen immer häufiger auf Aktien

Die Fondsbranche bejubelt das „Ausnahmejahr 2021“. Steigende Inflation und Negativzinsen treiben immer mehr Privatanleger an die Börse.

Sparer setzen immer häufiger auf Aktien. – Lupe, Aktienkurse und Taschenrechner.

Frankfurt/Main (dpa). Viele Sparer in Deutschland entdecken dem Fondsverband BVI zufolge in Zeiten von Zinsflaute und gestiegener Inflation die Wertpapieranlage für sich. „2021 war ein Ausnahmejahr“, sagte BVI-Präsident Alexander Schindler am Donnerstag in Frankfurt. „Die Fondsgesellschaften verwalten mit 4334 Milliarden Euro ein Rekordvermögen und Fonds erzielten mit einem Neugeschäft von 256 Milliarden Euro ihr bestes Absatzjahr.“ Dazu trugen nicht nur Profi-Anleger wie Versicherungen bei, sondern auch Privatanleger.

Publikumsfonds sind besonders beliebt

Immer mehr Sparer legten auch in Publikumsfonds an, berichtet Schindler. Dabei spielen nach seiner Einschätzung die im Jahresschnitt auf 3,1 Prozent gestiegene Inflation sowie die Negativzinsen eine Rolle, die immer mehr Kreditinstitute ihren Kunden ab bestimmten Summen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto aufbrummen.

Publikumsfonds, die sich an breitere Anlegerschichten richten, sammelten im vergangenen Jahr mit 118 Milliarden Euro unterm Strich deutlich mehr neue Gelder ein als ein Jahr zuvor (43 Mrd). Seit 2019 hätten Publikumsfonds ihre Zuflüsse pro Kalenderjahr jeweils mehr als verdoppelt. Dazu hätten vor allem Privatanleger beigetragen, berichtete Schindler. Die Absatzliste der Publikumsfonds führten 2021 erneut Aktienfonds mit 50 Milliarden Euro im Neugeschäft an.

Das Vermögen der Publikumsfonds belief sich Ende vergangenen Jahr demnach auf die Rekordsumme von 1471 Milliarden Euro (Vorjahr: 1180 Mrd). Fast zwei Drittel des verwalteten Gesamtvermögens von 4334 Milliarden Euro entfielen auf das rein institutionelle Geschäft, zum Beispiel mit Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen.

Autor

 Deutsche Presseagentur