Rente / 18.09.2020

Stabiler Trend: 31 Prozent neuer Altersrenten sind "Rente ab 63"

Mehr als 116.000 Frauen und fast 137.500 Männer, die 2019 in den Ruhestand traten, hatten 45 Beitragsjahre auf dem Rentenkonto.

Bild zum Beitrag "31 Prozent neuer Altersrenten sind "Rente ab 63". Das Bild zeigt ein älteres Ehepaar im Wartezimmer eines Amtes.

Bad Homburg (sth). Auch 2019 war die als "Rente mit 63" bekannt gewordene Altersrente für besonders langjährig Versicherte unter den Neurentnerinnen und -rentnern besonders populär. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung, die ihre-vorsorge.de vorliegen, nutzten im vergangenen Jahr etwa 253.500 Frauen und Männer die Rente für Versicherte mit 45 Beitragsjahren als Tor zum Ruhestand. Das waren wie im Jahr zuvor 31 Prozent der rund 816.000 neuen Altersrentner*innen. Diese Rentenart sicherte sich damit erneut den zweiten Platz auf der Beliebtheitsliste der Altersrenten. Nur die Regelaltersrente für Beschäftigte mit weniger als 35 Versicherungsjahren – zum Beispiel langjährige Hausfrauen und -männer – war noch häufiger der Weg zur Rente (357.000 Neurentner*innen).

Entgegen ursprünglicher Erwartungen vieler Fachleute erweist sich die Altersrente für besonders langjährig Versicherte inzwischen seit mehreren Jahren nicht nur für männliche Facharbeiter als besonders attraktiv. Neben den rund 137.500 Männern, die 2019 die sogenannte Rente mit 63 nutzten, schieden auch etwa 116.000 weibliche Neu-Ruheständler vorzeitig und ohne Abschläge aus dem Beruf aus. Allerdings unterscheidet sich die Rentenhöhe von besonders lang arbeitenden Frauen und Männern erheblich: Während männliche Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren monatlich im Schnitt rund 1.487 Euro ausgezahlt bekamen - nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen -, blieben ihren ebenso lang berufstätigen Kolleginnen im Schnitt nur 1.159 Euro.

Auch in den kommenden Jahren dürfte die Altersrente für besonders langjährig Versicherte attraktiv bleiben. Denn im Gegensatz zu vielen Arbeitnehmer*innen, die künftig nur noch mit vergleichsweise hohen Abschlägen oder nach Zahlung teurer Sonderbeiträge an die Rentenversicherung vorzeitig die (volle) Rente genießen können, steht Beschäftigten nach 45 Beitragsjahren auch weiterhin eine frühe und dennoch vergleichsweise hohe Rente zu. Für Arbeitnehmer mit abgeschlossenem Studium bleibt diese Rente dagegen noch auf längere Sicht fast unerreichbar: Da Hochschulzeiten für die Rente mit 63 nicht angerechnet werden, dürften die meisten Akademiker*innen auch weiterhin über die "Altersrente für langjährig Versicherte" (nach 35 Versicherungsjahren zugänglich) in den Ruhestand treten.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Informationen der Deutschen Rentenversicherung über die Altersrente für besonders langjährig und für langjährig Versicherte

https://statistik-rente.de > Rente > Rentenzugang > Renten wegen Alters

Pfad zu den aktuellen Zugangszahlen zu Altersrenten 2019

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Autor

Stefan Thissen