Rente / 20.02.2019

"Steigende Lebenserwartung berücksichtigen"

Bundesbank fordert erneut, das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung in das künftige Rentenalter einzubeziehen.

Eurosymbol vor der EZB – Bildnachweis: istockphoto.com © AndresGarciaM

Frankfurt (sth). Die Bundesbank hat sich erneut dafür ausgesprochen, das Renteneintrittsalter langfristig an die allgemeine Lebenserwartung zu koppeln. Es sei "naheliegend, die steigende Lebenserwartung bei der Festlegung des gesetzlichen Renteneintrittsalters zu berücksichtigen", heißt es im aktuellen Monatsbericht der Währungshüter. Derzeit sei gesetzlich nur die stufenweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre festgeschrieben. Ein späterer Renteneintritt biete auch die "Chance höherer individueller Versorgungsniveaus", schreibt die Bundesbank.

Zur finanziellen Lage der Rentenversicherer heißt es, deren Finanzen hätten sich 2018 "sehr günstig" entwickelt. Trotz des zum Jahresbeginn leicht auf 18,6 Prozent gesunkenen Rentenbeitrags seien die Einnahmen um vier Prozent gestiegen. Dagegen hätten sich die Ausgaben "mit drei Prozent deutlich schwächer" entwickelt.

Für das laufende Jahr erwartet die Bundesbank deutlich steigende Ausgaben – vor allem aufgrund der nochmaligen Ausweitung der Mütterrente und der Rentenanpassung zum 1. Juli –, aber auch eine "weiterhin positive Entwicklung" bei Beschäftigung und Löhnen. Insgesamt sei nach dem Überschuss von vier Milliarden Euro in den Rentenkassen im Jahr 2018 für dieses Jahr "mit einem Defizit zu rechnen".

Mehr zum Thema:

www.bundesbank.de

Link zum Monatsbericht der Bundesbank für Februar 2019 (Kapitel "Öffentliche Finanzen") – im pdf-Format

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Autor

Stefan Thissen