Rente / 31.08.2020

Steuerberater-Pensionskasse kürzt Leistungen

Die stark angeschlagene Pensionskasse kämpft ums Überleben. Über 6.000 Rentner müssen eine Kürzung des Garantiezinses hinnehmen.

Bonn (iv). Die Deutsche Steuerberater-Versicherung, Pensionskasse des steuerberatenden Berufs (DSV) hat Tausenden Versicherten den Garantiezins gekürzt. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht für 2019 hervor.

Überschuss reicht nicht aus

Rund 6.100 von insgesamt knapp 8.200 Rentner und Anwärter müssen heftige Einschnitte hinnehmen. Der Garantiezins wurde für die nächsten 20 Jahre auf 2,25 Prozent gekürzt. Zwar konnte die Pensionskasse 2019 wieder einen Überschuss von knapp 3,8 Millionen Euro erwirtschaften. Doch das reicht nicht, um die Lücken zu stopfen. „Die Deutsche Steuerberater-Versicherung erfüllt trotz der Sanierung weiterhin nicht die gesetzliche Solvabilitätskapitalanforderung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb entzogen

Die Steuerberater-Pensionskasse befindet sich seit langem in Existenznot. Das Neugeschäft wurde bereits vor fast zwei Jahren eingestellt. Die Bundesfinanzaufsicht BaFin hatte der Kasse bereits am 6. Februar den Geschäftsbetrieb verboten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, die Kasse hat Widerspruch eingelegt.

Kommt es zur Insolvenz, ist die DSV weder durch den Pensionssicherungsverein (PSV) noch durch Protektor, den Schutzschirm der Versicherungswirtschaft, geschützt. Von 2021 gilt eine neue gesetzliche Regelung, die auch so genannte regulierte Pensionskassen unter den Schutzschirm des Pensionssicherungsvereins zwingt.

Niedrigzinsen belasten Pensionskassen

Pensionskassen leiden seit längerem besonders stark unter den niedrigen Zinsen. Rund jede vierte Kasse steht deshalb unter besonderer Beobachtung der Aufsichtsbehörde BaFin. Wie steht es wirklich um die Pensionskassen? Lesen Sie dazu unser Interview mit Georg Thurnes von der Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersvorsorge (aba).

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Autor

Boris Dunkel