Finanzen / 03.04.2018

Steuern runter statt Baukindergeld

Steuerzahler-Bund: Baukindergeld bringt kaum etwas – Kann die GroKo die "Schwarze Null" halten?

Berlin (dpa). Das von der großen Koalition geplante Baukindergeld zur Unterstützung von Familien beim Erwerb von Wohneigentum wird nach Einschätzung des Bundes der Steuerzahler ein ineffizientes Wohlfühlprogramm. "Beim Baukindergeld hätte man den Familien viel mehr helfen können, wenn die Grunderwerbssteuer herabgesenkt würde", sagte Präsident Reiner Holznagel der Deutschen Presse-Agentur. Dies könne je nach Kaufpreis mit mehreren zehntausend Euro Einsparung zu Buche schlagen.

In Berlin werde bei einem Kaufpreis einer Wohnung in Höhe von 350.000 Euro allein eine Grunderwerbssteuer von 18.000 Euro fällig. "Da kommt das Baukindergeld bei weitem nicht dran." Zudem sei das Projekt sehr bürokratisch. Beim Baukindergeld soll es pro Kind 1.200 Euro im Jahr geben, gezahlt über zehn Jahre, um gerade Familien mit mittlerem Einkommen beim Bau oder Kauf von Wohneigentum zu unterstützen.

 

 

Ist die "Schwarze Null" zu halten?

"Insgesamt hat die große Koalition für diese Legislaturperiode Mehrausgaben von fast 50 Milliarden Euro beschlossen", kritisierte Holznagel. "Wir werden große Schwierigkeiten bekommen, die Schwarze Null zu halten zu und zu sparen." Der Begriff "Schwarze Null" umschreibt einen Bundeshaushalt ohne neue Schulden – dies wird seit 2014 geschafft.

Die Schuldenuhr des Steuerzahler-Bundes läuft seit einiger Zeit rückwärts. 2017 verringerten sich die Staatsschulden um rund 53 Milliarden auf 2,093 Billionen Euro. Die Schuldenquote, also das Verhältnis der Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), ging dadurch 2017 um satte 4,1 Prozentpunkte auf 64,1 Prozent zurück.