Gesundheit / 14.05.2019

Stress: Neue Rituale statt Feierabendbier

Zum Entspannen, nach Feierabend: Erst mal ein Bier. Wer das zur Gewohnheit werden lässt, ist schon im Graubereich der Alkoholsucht.

Bild zum Thema Neue Rituale statt Feierabendbier: Drei Männer an einem Tisch stoßen mit Biergläsern an.

Krefeld (dpa/tmn). Der Tag war stressig, der Kopf dröhnt – jetzt erstmal ein Bier! So wie gestern. Und wie morgen vermutlich auch. Harmloses Ritual oder gefährliche Abhängigkeit?

„Das Feierabendbier aus Gewohnheit ist schon im Graubereich der Alkoholsucht“, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater. „Wenn man selbst glaubt, darauf nicht verzichten zu können, ist das schon eine psychische Abhängigkeit.“

Alte Gewohnheiten durch neue ersetzen

Doch wie kommt man davon los? Die Expertin rät, die liebgewonnene Gewohnheit nicht einfach wegfallen zu lassen, sondern sie durch andere Rituale zu ersetzen: „Vielleicht erziele ich die gleiche Wirkung ja auch mit zehn Minuten Yoga oder Spazierengehen, oder einfach mit einer Dusche.“

Aus einem Bier wird bald mehr

Weiter jeden Abend Bier zu trinken, ist aus zwei Gründen gefährlich. Erstens, weil auf die erste Stufe der Sucht oft die zweite folgt – zumindest bei Menschen mit entsprechender Veranlagung. „Da passiert es dann schnell, dass man die Dosis erhöhen muss, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen“, sagt Roth-Sackenheim.

Alkohol ist Gift – auch in kleinen Dosen

Und zweitens ist Alkohol ein Gift, auch in kleinen Dosen – mit vielen negativen Folgen, die noch gar nicht alle erforscht sind. So leiden zum Beispiel die Hautbeschaffenheit, die Schlafqualität und der Stoffwechsel, erklärt die Expertin. Wie sehr, ist zwar von Mensch zu Mensch unterschiedlich – ohne Folgen bleibt das Trinken aber kaum. „Es gibt beim Alkohol leider kein ‚bis hierhin unbedenklich.‘“

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst