Rente / 15.04.2020

Studie schlägt veränderte Rentenanpassungsformel vor

Arbeitgebernahes Institut plädiert wegen demografischer Entwicklung für Entlastung der Beitragszahler und stärkere Belastung der Rentner.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt einen Taschenrechner.

Berlin/Köln (ots/sth). Obwohl sich die Rentenkommission der Bundesregierung kürzlich nicht auf eine Empfehlung für eine weiter steigende Altersgrenze einigen konnte, hält die arbeitgeberfinanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eine stärkere Belastung der Rentner weiterhin für sinnvoll. In einer Studie für die INSM hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jetzt berechnet, welche Auswirkungen eine veränderte Rentenanpassungsformel auf Beiträge und Renten hätte. Bei einer unveränderten Formel würde der Rentenbeitrag "bis 2060 auf 23,7 Prozent steigen und das Rentenniveau auf 43,7 Prozent sinken", begründet das INSM seinen Vorstoß.

Im Zentrum der Korrekturvorschläge steht der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Anpassungsformel. Seine Gewichtung solle von derzeit 0,25 auf 0,33 angehoben werden, fordert das INSM. Dadurch müssten die Rentner künftig ein Drittel der demografischen Belastung tragen, die Beitragszahler zwei Drittel. "Derzeit tragen die Rentenbezieher nur ein Viertel, die Beitragszahler drei Viertel" der demografiebedingten Kosten, heißt es in der Studie.    

Rentenalter von höchstens 67 Jahren "nicht für sakrosankt erklären"

Unterm Strich würde die Belastung der Beitragszahler in den Reformszenarien gegenüber heute zwar immer noch steigen, aber "deutlich moderater als nach geltendem Recht", so das IW. Erkauft würde dies allerdings durch eine "merklich stärkere Absenkung des Rentenniveaus", räumt Studienautorin Susanna Kochskämper ein. Deshalb solle die Bundesregierung das ab 2031 geltende Renteneintrittsalter von 67 Jahren "nicht für sakrosankt erklären".

Den IW-Berechnungen zufolge würde der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei einer Einführung der Rente mit 70 bis zum Jahr 2052 – und bei einem Gewichtungsfaktor von 0,33 im Nachhaltigkeitsfaktor –bis 2060 nur auf 22,3 Prozent steigen. "Das Rentenniveau würde aber deutlich höher liegen" als in den vom arbeitgebernahen Forschungsinstitut durchgerechneten Szenarien und bis 2060 lediglich auf knapp 45 Prozent des Durchschnittsverdiensts sinken, so Kochskämper.

Mehr zum Thema:

www.iwkoeln.de

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zur Wirkung einer veränderten Rentenanpassungsformel (pdf)