Soziales / 03.09.2020

Studie zur Diversität auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Eine Studie des OECD zeigt, wie Deutschland bei der Förderung von behinderten Menschen und Migranten im Arbeitsleben abschneidet.

Gruppe multikultureller Arbeiter mit Warnwesten bespricht ein Dokument. – Bild: Getty Images/Jetta Productions, Inc

Berlin (dpa). Bei der Förderung von behinderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt schneidet Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut ab. Nachholbedarf gibt es hingegen bei der Integration von Zuwanderern ins Arbeitsleben. Das geht aus einer Studie der Industriestaaten-Organisation OECD hervor, die am Mittwoch in einer Videokonferenz vorgestellt wurde.

Niedrige Beschäftigungsquote von Migranten

Demnach ist die Beschäftigungsquote von Migranten in Deutschland um 8,7 Prozentpunkte niedriger als bei den im Inland Geborenen. Damit liegt die Bundesrepublik im unteren Viertel der 37 OECD-Staaten.

Behinderte haben in Deutschland zwar eine um fast 20 Prozentpunkte schlechtere Beschäftigungsquote als Nicht-Behinderte. Die Bundesrepublik liegt damit aber im oberen Viertel, weil die meisten OECD-Länder deutlich schlechtere Werte aufweisen.

Bei der Beschäftigung von Frauen und Älteren liegt Deutschland im internationalen Mittelfeld.

Sind Quotenregelungen die Lösung?

Die OECD-Forscher haben auch die Effektivität von Fördermaßnahmen auf ihre Wirksamkeit untersucht. Dabei kamen sie unter anderem zu dem Ergebnis, dass Quotenregelungen in erster Linie verhältnismäßig privilegierten Gruppen nutzen – also eher Frauen in Führungspositionen als auf den unteren Hierarchiestufen.

Die Befragung von Personalchefs habe zudem ergeben, dass der Mangel an qualifizierten Bewerbern als größtes Hindernis für die Diversität in Unternehmen gilt.

Die Studie wurde nach Angaben der OECD bereits vor der Corona-Krise durchgeführt. Die Forscher befürchten, dass die Pandemie negative Auswirkungen auf die Diversität haben dürfte – vor allem bei der Beschäftigungsquote von Migranten.

Weitere Informationen

www.oecd.org
Die komplette OECD-Studie auf Englisch

Autor

 Deutsche Presseagentur