Gesundheit / 05.04.2018

Süße Getränke, süßes Gift

Manche Getränke haben es in sich: Bis zu 26 Zuckerwürfel in einem halben Liter. Ist da die Light-Version besser?

Berlin (dpa). Limo, Cola und Co. können beim Blick auf die Waage eine Rolle spielen. Denn ein Hauptgrund für Übergewicht ist neben Bewegungsmangel eine zu energiereiche Ernährung – und dazu zählen neben fetten und süßen Speisen auch Getränke.

Ein hoher Konsum zuckerhaltiger Flüssigkeiten wird nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit der Entwicklung von Adipositas (Fettleibigkeit), Typ-II-Diabetes und Karies in Verbindung gebracht. Starkes Übergewicht wiederum kann chronische Krankheiten begünstigen – bis hin zu Krebs.

Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk ist überzuckert

Limonaden, Cola- und Fruchtsaftgetränke, Brausen, Nektar oder Eistees sind nach DGE-Angaben als Durstlöscher nicht ideal. Nach einer Analyse der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch war im Jahr 2016 in Deutschland mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert.

274 von insgesamt 463 untersuchten Produkten enthielten laut Foodwatch mehr als fünf Prozent Zucker. In 171 Produkten stecken mehr als acht Prozent Zucker – das entspreche rund sechseinhalb Stück Würfelzucker pro Glas.

Den Rekord im Test hielt die 500-Milliliter-Dose eines Energydrinks: Sie enthielt 16 Prozent Zucker – 78 Gramm oder 26 Zuckerwürfel.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt pro Tag und Kopf nicht mehr als 25 Gramm Zucker.

Konsum pro Kopf gesunken, aber immer noch zu hoch

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Erfrischungsgetränken in Deutschland 2017 bei fast 114 Litern.

Seit 2012 mit rund 125 Litern im Jahr ist der Konsum spürbar gesunken, gilt Ernährungswissenschaftlern jedoch immer noch als zu hoch. Viele Sorten gibt es auch als „Light“-Version etwa mit Süßstoffen.

Jüngst untersuchte das Robert-Koch-Institut (RKI) für seine Studie zur Kindergesundheit (KiGGS) den Verbrauch zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke bei 3- bis 17-Jährigen in Deutschland.

Insgesamt greifen fast 14 Prozent der Mädchen und fast 18 Prozent der Jungen ein- bis dreimal am Tag zu Limo, Cola und ähnlichen Produkten.

Die Häufigkeit liegt bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien deutlich höher.

Gesundheitsrisiko für Heranwachsende

Untersuchungen weisen laut dem RKI darauf hin, dass bei Heranwachsenden die Knochendichte durch den übermäßigen Griff zu Erfrischungsgetränken abnehmen kann. Ausgelöst werde dieser Effekt durch Säuren, zum Beispiel Phosphorsäure in Cola-Getränken.

1,5 Liter pro Tag trinken – am besten kalorienarm

Die DGE empfiehlt Erwachsenen, jeden Tag rund 1,5 Liter zu trinken – am besten kalorienarme Durstlöscher. Auch „Light“-Getränke seien auf Dauer nicht zu empfehlen. Sie enthielten zwar weniger Energie, könnten aber die Gewöhnung an den „süßen Geschmack“ fördern.

Autor

 Deutsche Presseagentur