Soziales / 14.07.2021

Syrische Zuwanderer finden nur langsam einen Job

Noch immer sind Syrer viel öfter auf Hartz 4 angewiesen als etwa Somalier oder Afghanen. Immerhin: Die Erwerbsquote steigt.

Syrische Zuwanderer finden nur langsam einen Job. – Gruppe von Beschäftigten mit Migrationshintergrund.

Berlin (dpa). Fast zwei Drittel aller erwerbsfähigen Syrer in Deutschland lebt ganz oder teilweise von Hartz 4. Mit 65 Prozent war der Anteil der Bezieher staatlicher Unterstützung unter Zuwanderern aus Syrien im März dieses Jahres deutlich höher als unter Ausländern aus anderen Hauptherkunftsländern von Asylbewerbern wie etwa Somalia oder Afghanistan. Wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit weiter hervorgeht, bezogen 37,1 Prozent der Somalier im erwerbsfähigen Alter im vergangenen März Hartz-4-Leistungen. Unter den Afghanen lag der Anteil bei 43,7 Prozent.

Im Vorjahr noch fast 70 Prozent

Die Statistik der Bundesagentur bezieht sich auf das Ausländerzentralregister. Dort sind nicht nur Asylbewerber registriert, sondern alle in Deutschland lebenden Menschen, die Staatsbürger eines anderen Landes sind. Immerhin: Der Anteil der Leistungsbezieher ist bei den erwerbsfähigen Syrern im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Im März 2020 lag er bei fast 70 Prozent.

Im April waren laut Bundesagentur 27,4 Prozent der Syrer im erwerbsfähigen Alter, 46,8 Prozent der Ausländer insgesamt und 63,1 Prozent der Deutschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Hoher Anteil von Frauen

„Generell kann man sagen, dass die Arbeitslosenquote bei Flüchtlingen in den ersten Aufenthaltsjahren immer besonders hoch ist“, sagte Panu Poutvaara, Mitglied des Sachverständigenrates für Integration und Migration. Dass der Anteil der Beschäftigten unter den Geflüchteten aus Syrien geringer sei, habe womöglich damit sowie mit dem relativ hohen Anteil von Frauen in dieser Gruppe zu tun. Viele syrische Frauen seien nachgezogen und daher noch nicht lange im Land. Oft stünden sie dem Arbeitsmarkt wegen der Betreuung von Kleinkindern nicht zur Verfügung. Auch kulturelle Gründe könnten hier eine Rolle spielen.

Autor

 Deutsche Presseagentur