Finanzen / 16.06.2021

Tagesgeld und Festgeld: Ein paar Zehntel mehr sind drin

Viele Banken haben zuletzt die Zinsen für sichere Sparanlagen noch weiter gesenkt. Doch Vergleichen lohnt sich immer noch.

Tagesgeld und Festgeld: Ein paar Zehntel mehr sind drin. – Sparschwein mit Prozentzeichen.

München (). Wer größere Summen oder eine Not-Reserve als Tages- oder Festgeld anlegen will, muss sich jetzt mit noch geringeren Erträgen begnügen. Zahlreiche Banken haben ihre ohnehin niedrigen Zinsen weiter gesenkt, darunter auch solche Geldhäuser, die vorher überdurchschnittliche hohe Zinsen gezahlt hatten wie etwa der schwedische Finanzdienstleister Klarna.

Hinzu kommt: Die Inflationsrate ist mit einem Plus von 2,5 Prozent im Mai 2021 so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Bei Zinsen von 0,1 bis 0,4 Prozent für bis zu zweijährige Sparanlagen jedenfalls bei Instituten mit deutscher Einlagensicherung verliert das Geld der Bankkunden schleichend real an Wert. Trotzdem sollten Sparer die Konditionen vergleichen, raten Verbraucherschützer.

Tagesgeld: nur noch 0,07 Prozent

Für Tagesgeld liegt der durchschnittliche Zinssatz nach Angaben des Verbraucherportals biallo.de nun bei 0,07 Prozent, für Festgeld, ein Jahr angelegt, bei 0,15 Prozent (Stand: 12.06.2021). Vorteil beim Tagesgeld: Das Geld ist, wie es der Name sagt, täglich verfügbar. Nachteil: Die Zinsen sind noch niedriger als beim Festgeld. Vorteil beim Festgeld: Die Zinsen sind etwas höher, und je länger die Laufzeit, desto höher fällt der Zins aus. Nachteil: Sparer kommen an ihr Geld erst am Ende der Laufzeit heran.

Clevere Anleger verteilen deshalb Erspartes auf verschiedene Laufzeiten. Festgeld lässt sich zum Beispiel für drei, sechs oder zwölf Monate oder etwa zwei Jahre anlegen. Sollten die Zinsen wieder steigen, falls die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinspolitik doch ändern sollte, kann man sein zum jeweiligen Laufzeitende verfügbares Ersparte zu dann womöglich besseren Konditionen neu anlegen.

Vorsicht bei ausländischen Banken

Finanzexperten raten, dabei auf die Höhe der Zinsen – und auf den Einlagenschutz zu achten. Dieser ist in Deutschland am besten. Beispiel: Die Bank of Scotland zahlt für Guthaben auf Tagesgeldkonten 0,10 Prozent bei deutscher Einlagensicherung, die ABC-Bank für Festgeld bei zwei Jahren Laufzeit 0,35 Prozent bei deutscher Einlagensicherung. Die FCA Bank rückt hingegen schon bei einem Jahr Laufzeit 0,85 Prozent Zinsen heraus und bei zwei Jahren sogar 1,05 Prozent pro Jahr. Nur: Abgesichert ist die Anlage bei dieser Bank durch das Einlagensicherungssystem in Italien, und das kann mit dem deutschen Sicherheitsnetz nicht mithalten.

Die Stiftung Warentest rät, auch bei attraktiv klingenden Angeboten von rumänischen, kroatischen oder maltesischen Banken vorsichtig zu sein, da eine Entschädigung der Sparer im Pleitefall zu ungewiss sei. Wie wichtig ein sehr guter Einlagenschutz ist, hatte erst vor kurzem die Pleite der Bremer Greensill Bank gezeigt.

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Autor

Thomas Öchsner