Soziales / 11.12.2018

Tarife 2018: Hohe Lohnsteigerungen und mehr Freizeit

Tarifbeschäftigte haben drei Prozent mehr in der Tüte und erleben eine „Renaissance der tariflichen Arbeitszeitpolitik“

Jahreszahl 2019 mit Grafiken und Zeiger. – Bild: adobe.stock.com © Robert Kneschke

Düsseldorf/Frankfurt (dpa). Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben sich im fast abgelaufenen Jahr über kräftige Einkommenssteigerungen freuen können. Ihre tariflich vereinbarten Einkünfte stiegen im Schnitt um 3,0 Prozent, wie eine am Montag vorgestellte Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Die Tariferhöhungen fielen demnach 2018 deutlich stärker aus als in den beiden Vorjahren, in denen die Vergütungen um jeweils 2,4 Prozent zulegten.

Bei einem zu erwartenden Anstieg der Verbraucherpreise um 1,9 Prozent ergebe sich ein Reallohnzuwachs von rund 1,1 Prozent, erklärten die Studienautoren. Die Beschäftigten hätten in der Folge mehr Geld für den privaten Konsum zur Verfügung und stützten das Wachstum. Für das kommende Jahr sind ebenfalls bereits Lohnerhöhungen vereinbart in einer Spanne zwischen 2,0 und 3,6 Prozent.

Der Stellenwert flexibler Arbeitszeiten steigt

Eine größere Rolle als zuvor spielten tarifliche Vereinbarungen zur Arbeitszeit, etwa in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei der Deutschen Post AG. Vereinbart wurden neue Möglichkeiten der individuellen Arbeitszeitverkürzung sowie Wahloptionen, bei denen die Beschäftigten zwischen mehr Geld oder zusätzlichen freien Tagen wählen können.

Der Leiter des Böckler-WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten, sieht darin eine „Renaissance der tariflichen Arbeitszeitpolitik“, die sich künftig fortsetzen werde.

Lohnerhöhungen fallen je nach Branche unterschiedlich aus

Zwischen den Abschlüssen in den einzelnen Branchen gab es deutliche Unterschiede. Die Spannweite der aufs Kalenderjahr bezogenen Erhöhungen reichte von 2,2 Prozent mehr Geld für Beschäftigte der Energiewirtschaft Nordrhein-Westfalen bis zu 6,6 Prozent im ostdeutschen Bauhauptgewerbe. Im Öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden gab es für einige niedrige Lohngruppen mehr als für die anderen Beschäftigt.

Autor

 Deutsche Presseagentur