Finanzen / 29.05.2019

Tarifverdienste hängen Inflation ab

Geringe Inflation, gute Tarifabschlüsse: Arbeitnehmer haben deutlich mehr in der Tasche. Dabei ist ein wichtiger Tarifvertrag noch gar nicht eingepreist.

Bild zum Thema: Tarifverdienste hängen Inflation ab. Es zeigt drei Gläser in denen sich unterschiedlich viel Kleingeld befindet.

Wiesbaden (dpa/mjj) Einschließlich Sonderzahlungen wie Leistungsprämien stiegen die Verdienste der Tarifbeschäftigten durchschnittlich um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Morgen in Wiesbaden mitteilte.

Ohne Sonderzahlungen erhöhten sich die Löhne und Gehälter um 2,7 Prozent. Die Inflation legte dagegen nur um 1,4 Prozent zu. Unter dem Strich behalten die Beschäftigten somit mehr Geld im Portemonnaie. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln. Der Privatkonsum ist aktuell die verlässlichste Stütze der deutschen Konjunktur.

Tarifplus im Öffentlichen Dienst wirkt sich (noch) nicht aus

Dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und gestiegener Einkommen sind die Menschen nach Angaben der GfK-Konsumforscher unverändert in Kauflaune. Der Anstieg der Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen fiel zum Jahresanfang in den einzelnen Branchen allerdings unterschiedlich stark aus.

  • Das größte Plus gab es im Baugewerbe mit 4,4 Prozent sowie im Bereich Verkehr und Lagerei (4,3 Prozent).
  • Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Verarbeitenden Gewerbe fallen mit plus 3,4 beziehungsweis 3,3 Prozent die Tariferhöhungen ebenfalls überdurchschnittlich aus.
  • Mit einem deutlich geringeren Zuwachs mussten sich Beschäftigte im Bereich Erziehung und Unterricht (1,4 Prozent) sowie in der Öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung  (1,9 Prozent) begnügen.

Das lag allerdings vor allem daran, dass die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst ab Mai rückwirkend zum Januar ausgezahlt wird. Die Erhöhung im Tarifvertrag der Länder (TV-L) wird somit erst in der nächsten Erhebung sichtbar.