Finanzen / 11.05.2020

Trotz Corona weniger Firmenpleiten

Statistisches Bundesamt: Die Corona-Krise macht sich bislang nicht in einem Anstieg von Insolvenzverfahren bemerkbar. Warum?

Rote Verlaufskurve von Aktienkursen mit Zahlen, Strommasten und Industriesymbolen im Hintergrund.

Wiesbaden (dpa). Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland explodiert trotz wirtschaftlicher Einbußen infolge der Corona-Krise bislang nicht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts nahm die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um 1,6 Prozent zu. Im April sei die Zahl der eröffneten Verfahren aber deutlich um 13,4 Prozent gesunken, teilte die Behörde mit.

Noch kein Anstieg von Insolvenzverfahren

Die durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte wirtschaftliche Krise spiegelt sich im März und April somit nicht in einem Anstieg der eröffneten Insolvenzverfahren wider“, erklärten die Statistiker. Dies sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht überraschend: Denn Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, hat der Gesetzgeber vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen in manchen Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb teilweise nur eingeschränkt läuft.

Stand der Insolvenzverfahren vor Corona

Amtliche Insolvenzzahlen liegen bereits für Februar vor: In dem Monat, der von der Corona-Krise noch unbeeinflusst war, meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.529 Firmenpleiten. Das waren nach Berechnungen des Bundesamtes 3,2 Prozent weniger als im Februar 2019. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte auf knapp eine Milliarde Euro. Ein Jahr zuvor waren es zwei Milliarden Euro.

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 Deutsche Presseagentur