Rente / 27.11.2019

Über 50.000 Rentner zahlen 2020 erstmals Steuern

Bundesfinanzministerium: Im Jahr 2020 werden insgesamt rund 5,12 Millionen Senioren steuerpflichtig sein - das ist fast jeder vierte Rentner.

Bild zum Beitrag "Über 50.000 Rentner zahlen 2020 erstmals Steuern". Das Bild zeigt Matthias W. Birkwald, Rentenexperte der Linken

Matthias W. Birkwald, Die Linke, spricht im Deutschen Bundestag.

Berlin (dpa/sth). Durch die Rentenerhöhung im kommenden Juli müssen voraussichtlich rund 51.000 Rentnerinnen und Rentner erstmals Steuern zahlen. Demnach werden 2020 insgesamt rund 5,12 Millionen Senioren steuerpflichtig sein - fast jeder vierte Rentner. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Rentenexperten Matthias W. Birkwald hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) berichtete zuerst darüber. Nach einer vorläufigen offiziellen Prognose könnten die Renten zum 1. Juli 2020 in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen.

Fällig wird die Steuer, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (2020: 9.408 Euro) liegen. Die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigt kontinuierlich. Bis 2005 galt bei der Einkommensteuer ein Freibetrag von 50 Prozent der Rente. Seitdem steigt die Besteuerungsanteil der Rente um zunächst jährlich zwei Prozentpunkte. Bis zu diesem Jahr sank der Freibetrag auf 22 Prozent. Wer 2040 in Rente gehen wird, muss dann auf seine gesamten Renteneinkünfte Steuern zahlen. Im Gegenzug können seit 2005 Rentenbeiträge mehr und mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Bis 2025 werden die Beiträge für den Aufbau der Altersversorgung steuerfrei sein.

Birkwald forderte die Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.600 Euro, eine Eindämmung der Doppelbesteuerung und eine Verlängerung der Stufen bis zur vollständigen nachgelagerten Rentenbesteuerung bis 2070 statt bis 2040. Zudem fordere seine Partei eine außerordentliche Rentenerhöhung, die zu einer automatischen Neuberechnung des individuellen Rentenfreibetrags führen soll, so Birkwald und ergänzte: "Niedrige Renten müssen steuerfrei bleiben."

Mehr zum Thema:

www.matthias-w-birkwald.de

Antwort des Bundesfinanzministeriums auf die Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion zur Rentenbesteuerung (pdf)

www.deutsche-rentenversicherung.de

Broschüre der Deutschen Rentenversicherung zur Besteuerung von Versicherten und Rentnern (pdf)

Autor

 Deutsche Presseagentur