Rente / 24.01.2023

Ukrainer sorgen für mehr Bezieher von Altersgrundsicherung

Medienbericht über eine starke Zunahme der Grundsicherungsbeziehenden im Alter suggeriert wachsende Altersarmut. Ein Experte wiegelt ab.

Rentnerin zählt Euro-Geldscheine und Münzen auf einem Tisch mit weißer Tischdecke. Bild: IMAGO / Panthermedia / michimulder

Berlin/Frankfurt (sth). Meldungen zahlreicher Medien über deutlich mehr Menschen, die ab der gesetzlichen Altersgrenze ergänzende staatliche Unterstützung benötigen, haben am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt. Sie alle bezogen sich auf einen Bericht, dem zufolge die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter in den Sommermonaten des vergangenen Jahres um rund 19.000 oder drei Prozent auf etwa 647.500 gestiegen sei.

Im Vergleich zum Vorjahr hätten im September 2022 sogar über 68.000 mehr Menschen oberhalb der Regelaltersgrenze Grundsicherung beantragen müssen, hieß es in dem Bericht – ein Anstieg von rund 12 Prozent. Der Chef der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hatte die auffallend gestiegene Zahl bedürftiger Altersrentner daraufhin mit den Worten kommentiert: „Die Inflation kommt im Sozialamt an.“ Zugleich forderte er ein Spitzentreffen zum Thema Rente.

Am Montag hat der Berliner Rentenexperte Johannes Steffen der vermeintlich dramatischen Entwicklung nun die Spitze genommen. Die stark gestiegene Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter sei „nicht überraschend“, kommentierte Steffen die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts in seinem „Portal Sozialpolitik“. Zurückzuführen sei der Trend nach oben vielmehr „hauptsächlich auf die Einbeziehung aus der Ukraine geflüchteter Personen“ in den Kreis der Berechtigten. Wie es scheint: Ein Sturm im Wasserglas.    

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Autor

Stefan Thissen