Finanzen / 21.10.2019

Umfrage: Jedes dritte mittelständische Unternehmen zahlt Negativzinsen

Negativzinsen belasten 29 Prozent der Unternehmen in Deutschland. Die meisten Privatkunden bleiben noch verschont.

Bild zum Thema Umfrage: Jedes dritte mittelständische Unternehmen zahlt Negativzinsen: Mann mit Taschenrechner und Liste im Büro.

Frankfurt/Main (dpa/aze). In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Commerzbank gaben 29 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten mit Negativzinsen beziehungsweise Guthabengebühren belastet worden seien. Größere Unternehmen ab 250 Millionen Euro Jahresumsatz waren nach den kürzlich veröffentlichten Daten demnach häufiger betroffen (36 Prozent) als kleinere.

Als Konsequenz schichten die Unternehmen in andere Anlageformen um (37 Prozent) oder investieren verstärkt im eigenen Betrieb (32 Prozent). Befragt wurden bundesweit 500 repräsentativ ausgewählte Entscheider von Unternehmen, die mindestens 15 Millionen Euro Jahresumsatz machen.

Verwahrentgelt für Guthaben auf der Bank

Geschäftsbanken müssen inzwischen 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Obwohl die EZB einen Teil der Gelder über Freibeträge vom Strafzins verschont, bleibt dies eine Milliardenbelastung.

Einzelne Institute geben die Negativzinsen der EZB bereits seit einiger Zeit an Unternehmen oder große Investoren wie Fonds weiter. Und selbst reiche Privatkunden werden in manchem Haus zur Kasse gebeten. Das Gros der Privatkunden ist bis dato verschont geblieben. Eine Untersuchung von gut 1.200 Banken und Sparkassen durch das Verbraucherportal biallo.de ergab, dass aktuell 35 Geldhäuser ein sogenanntes Verwahrentgelt von vermögenden Privatkunden verlangen, zum Teil schon für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto.

 

 

Umfrage bei 500 Unternehmen

Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Zeitraum 8. Juli bis 9. August dieses Jahres Entscheider von 500 Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von mindestens 15 Millionen Euro befragt. Gefragt wurde unter anderem: „Hat Ihr Unternehmen in den letzten zwölf Monaten Negativzinsen bzw. Guthabengebühren gezahlt?“ und „Wie haben Sie mit Ihrem Anlageverhalten darauf reagiert?“

Autor

 Deutsche Presseagentur