Soziales / 05.09.2018

Umfrage: Wünsche an Job werden oft enttäuscht

Im Beruf kommt es für viele nicht allein aufs Geld an. Laut einer Studie klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit teils eine ziemliche Lücke.

Berlin (dpa). Die Erwartungen vieler Arbeitnehmer an einen sinnvollen und guten Job werden laut einer Umfrage oft enttäuscht – dabei sind zufriedene Mitarbeiter demnach seltener krankgeschrieben. Am wichtigsten ist 98,4 Prozent der Befragten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Dass dies zutrifft, sagten aber nur 84,4 Prozent. Passten bei Befragten der Wunsch nach sinnerfüllender Tätigkeit und die Wirklichkeit gut zusammen, kamen sie nach eigenem Bekunden auf 9,4 Krankheitsfehltage im vergangenen Jahr. Passte beides nur schlecht zusammen, waren es demnach 19,6 Fehltage.

Gutes Betriebsklima für viele wichtig

"Für das Sinnerleben sind den meisten Beschäftigten vor allem persönlich und sozial motivierte Aspekte ihrer Arbeit wichtig", sagte der stellvertretender WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. "Leider stimmen gerade hier Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein."

So liegt vielen laut Umfrage auch ein gutes Betriebsklima am Herzen – und dass ihre Firma hinter ihnen steht (je 96,8 Prozent). Tatsächlich erlebten nur 69,3 Prozent ihren Arbeitgeber als loyal, ein positives Betriebsklima spürten 78 Prozent. Für die WIdO-Studie wurden den Angaben zufolge 2030 Menschen von 16 bis 65 Jahren befragt. 

Die längsten Ausfälle durch psychische Ursachen

Der Krankenstand – bezogen auf 13,2 Millionen bei der AOK versicherte Arbeitnehmer in 1,6 Millionen Betrieben – blieb im vergangenen Jahr mit 5,3 Prozent stabil, wie der Fehlzeitenreport der Krankenkasse weiter ergab. Dies beschreibt den Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage am Kalenderjahr. Damit fehlte jedes erwerbstätige Mitglied im Schnitt 19,4 Tage wegen einer ärztlichen Krankschreibung.

Die ist nötig, wenn man mehr als drei Tage nicht zur Arbeit geht. Kürzere Fehlzeiten ohne ärztliche Bescheinigung sind in den Daten daher nicht enthalten. Häufigster Grund für Krankschreibungen waren Atemwegserkrankungen (49,9 Fälle je 100 AOK-Mitglieder) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,1 Fälle). Psychische Ursachen gab es bei 11,2 Fällen. Aus diesen Erkrankungen resultierten aber mit durchschnittlich mehr als 26 Tagen die längsten Ausfälle.

Mehr Informationen zum Thema:

www.aok-bv.de

Informationen zum Fehlzeitenreport auf der Internetseite der AOK

Autor

 Deutsche Presseagentur