Finanzen / 11.08.2020

Unternehmen zahlen Rechnungen immer später

Die Krise lässt die Zahlungsmoral sinken: Fast 11 Tage lassen sich Firmen durchschnittlich Zeit, bis sie ihre offenen Rechnungen begleichen.

Zwei Kollegen prüfen Finanzen mit einem Taschenrechner, einem Laptop und Investment-Unterlagen.

Neuss (dpa). Der Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise hat nach einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform das Zahlungsverhalten von Unternehmen verschlechtert. Die durchschnittliche Verzugsdauer bei offenen Rechnungen sei im ersten Halbjahr auf 10,82 Tage gestiegen, berichtete Creditreform nach Auswertung von rund 3,5 Millionen Rechnungsbelegen. Dies sei der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Sommer 2015.

Liquidität in der Krise gesunken

„Insgesamt hat die Krise einen spürbaren Druck auf die Liquidität erzeugt“, heißt es in der Studie. Negative Auswirkungen der Pandemie auf das Zahlungsverhalten ließen sich vor allem in der Industrie und in Exportbranchen beobachten. Beide Bereiche seien von der Krise unmittelbar getroffen worden.

Gleichzeitig stieg die Höhe der verspätet bezahlten Rechnungen laut Creditreform im gewerblichen Bereich deutlich an. Mit 2.188 Euro lag der Durchschnittsbetrag um gut 5 Prozent über dem Vorjahresniveau und sogar rund 23 Prozent höher als 2016.

Zahlungsverzögerungen könnten eine Kettenreaktion auslösen

Ein Anstieg der Zahlungsverzögerungen bedeute für die davon betroffenen Vorlieferanten und Kreditgeber höhere Ausfallrisiken, warnte Creditreform. „Damit droht eine Kettenreaktion insbesondere in stark verflochtenen Wirtschaftsbereichen bis hin zu vermehrten Insolvenzanmeldungen.“

Autor

 Deutsche Presseagentur