Soziales / 10.01.2018

Unterschiede bei Flexibilisierung

Eine Umfrage zeigt, in welchen Branchen flexible Arbeitszeiten am weitesten verbreitet ist - Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Bad Homburg (kjs/iga). Flexible Arbeitszeiten fördern offenbar besser die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Teilzeitarbeit, das ist einer repräsentativen Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zu entnehmen. So sagen 64 Prozent der Erwerbstätigen mit flexiblen Arbeitszeiten, Berufliches und Privates "eher miteinander vereinbaren" zu können. Ohne Möglichkeiten einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung bestätigen diese Aussage bei Vollzeitbeschäftigten nur 45 Prozent. Bei Teilzeitbeschäftigung ist der Zustimmungsanteil nur minimal höher (47 Prozent).

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben zur Gesundheit von Beschäftigten beitragen kann, sofern Ruhezeiten eingehalten und Arbeitszeiten von mehr als acht Stunden täglich nicht regelmäßig überschritten werden.

Gleitzeitmodelle vorne

Ein Blick in die einzelnen Branchen offenbart deutliche Unterschiede bei der Flexibilisierung von Arbeitszeit. Während Befragten beispielweise im Finanz- oder Versicherungssektor zu 75 Prozent sowie in der öffentlichen Verwaltung zu 74 Prozent flexible Arbeitszeitoptionen zur Verfügung stehen, sieht es im Gesundheits- und Sozialwesen (35 Prozent), im Bildungsbereich (33 Prozent) sowie im Hotel- und Gastgewerbe (30 Prozent) ganz anders aus.

Laut der Studie sind Gleitzeitmodelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit mit großem Abstand am weitesten verbreitet, während Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice deutlich seltener zur Anwendung kommen.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen. Ziel der Initiative ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen.

Das iga.Barometer wird seit 2016 per Online-Befragung erhoben. Die Bereitschaft zur Teilnahme hieran ist inzwischen höher als bei telefonischen Befragungen. Die Umfrage steht im Internet unter www.iga-info.de als Download zur Verfügung.

Karl-Josef Steden / Initiative Gesundheit und Arbeit

Autor

Karl-Josef Steden