Soziales / 05.07.2019

Urlaubsgeld bekommt nicht jeder

Nur knapp die Hälfte der Tarifbeschäftigten erhält Urlaubsgeld – Unterschiede bei Branchen und zwischen Ost und West.

Bild zum Thema Urlaubsgeld bekommt nicht jeder: Sonnenhut, Sonnenbrille und FlipFlops liegen am Strand.

Wiesbaden (dpa). Weniger als die Hälfte der Tarifbeschäftigten in Deutschland (47 Prozent) bekommt einen Zuschuss zur Urlaubskasse. Im Durchschnitt erhalten sie in diesem Jahr brutto 1.281 Euro Urlaubsgeld, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das sind 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Branchen sowie zwischen Ost und West.

Jahressonderzahlung bei öffentlicher Verwaltung

Kein gesondertes Urlaubsgeld gibt es im Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst.

Ost-West-Gefälle

Auch die Region, in der man arbeitet, spielt eine Rolle. Tarifbeschäftigte im früheren Bundesgebiet bekommen nach Angaben der Wiesbadener Behörde im Schnitt 1.317 Euro, in den neuen Ländern sind es 927 Euro.

Freiwillige Leistung ohne gesetzlichen Anspruch

Einen gesetzlichen Anspruch die Sonderzahlung gibt es nicht. Der Zuschuss kann vom Arbeitgeber freiwillig geleistet werden oder tariflich vereinbart sein.

Nach Angaben des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung spielt für die Aussichten auf Urlaubsgeld auch die Größe des Betriebs eine Rolle.

Von den Arbeitnehmern in Kleinbetrieben mit weniger als 100 Beschäftigten erhalten den Angaben zufolge nur 37 Prozent Urlaubsgeld. In größeren Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern steigt der Anteil auf 61 Prozent. Das hatte das WSI jüngst auf Grundlage einer Online-Befragung von mehr als 123.000 Tarifbeschäftigten und Mitarbeitern in nichttarifgebundenen Unternehmen ermittelt.

Autor

 Deutsche Presseagentur