Gesundheit / 12.04.2018

Ursachensuche für Schulunfälle

Studie: Schüler, die schlechter schlafen, haben häufiger Unfälle in der Schule oder auf dem Schulweg

Bad Homburg (kjs). Jeder fünfte Schüler hat im vergangen Jahr einen Unfall in der Schule oder auf dem Schulweg gehabt. Das geht aus einer Studie der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) hervor, die durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gefördert wird.

Die Längsschnittstudie Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter wird von 2013 bis 2020 durchgeführt und zeigt, dass mehr als jeder fünfte Schüler angibt, im vergangenen Jahr mindestens eine Verletzung in der Schule oder auf dem Schulweg erlitten zu haben, die eine medizinische Behandlung erforderte.

Unfälle und Verletzungen stellen die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen dar. Allein im Jahr 2016 ereigneten sich mehr als 1,3 Millionen Unfälle und Verletzungen in der Schule oder auf dem Schulweg, 41 hiervon endeten tödlich.

Jährlich werden 10.000 Schüler befragt

Bei den weitaus meisten dieser Verletzungen handelt es sich laut Studie um Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen und nur selten um Frakturen oder andere gravierende Verletzungen, wie Gehirnerschütterungen.

Im Rahmen der Studie werden jährlich rund 10.000 Schüler an rund 150 weiterführenden Schulen in 14 Bundesländern befragt. Gefragt wird nach den erlittenen Verletzungen im Schulkontext in den letzten 12 Monaten.

Dabei werden nur solche Verletzungen gewertet, die sich an einem Ort mit Schulbezug, zum Beispiel auf dem Schulhof, im Schulsport und oder auf dem Schulweg ereignet haben und die eine medizinische Behandlung erforderten.

Risiko für Unfälle bei Konzentrationsstörungen hoch

Die Studie liefert bereits erste Hinweise für systematische Einflüsse. So verletzen sich Kinder und Jugendliche häufiger, die vermehrt unter Konzentrationsstörungen leiden und sich häufiger traurig oder deprimiert fühlen.

Auch der Schlaf spielt für Unfälle und Verletzungen eine wichtige Rolle. Kinder, die weniger oder einfach schlechter schlafen, tragen ein signifikant höheres Risiko für Schulunfälle.

Auch das schulische Umfeld spielt eine wichtige Rolle. Demnach ereignen sich an Schulen, an denen Kinder häufiger von Mobbingerfahrungen berichten, vergleichsweise viele Unfälle und Verletzungen.

Maßnahmen zur Unfallprävention

Ziel der Studie ist es, Maßnahmen zur Unfallprävention aus den Studienergebnissen abzuleiten. Erkennbar ist bereits jetzt, dass zukunftsbezogen ein größeres Augenmerk auf das Schulklima gelegt werden muss und nicht nur der bauliche Zustand der Schule in den Blick genommen werden kann, erklärt die Frankfurt UAS.

Weitere Informationen

fzdw.de
Informationen zur Studie auf der Internetseite des Forschungszentrums demografischer Wandel

Autor

Karl-Josef Steden