Soziales / 24.04.2020

Urteil: Kindergeld auch bei Unterbrechung von Sozialem Jahr

Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr wegen Krankheit unterbricht, verliert deshalb nicht den Kindergeldanspruch. Das entschied das Hessische Landesgericht.

Ein Aktenordner beschriftet mit Kindergeld. Bildnachweis: fotolia.com © nmann77

Kassel (dpa/lhe). Die Unterbrechung des Freiwilligen Sozialen Jahres wegen Krankheit führt nicht zum Verlust des Kindergeldanspruchs. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Hessischen Finanzgerichts in Kassel hervor.

Die Richter gaben damit einem Vater Recht, dessen Tochter nach Abschluss des Gymnasiums ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen hatte. Wegen Essstörungen hatte die junge Frau dieses aber unterbrochen und sich in Behandlung begeben. Gegen das Urteil ist bereits eine Revision vor dem Bundesfinanzhof anhängig. (Aktenzeichen 9 K 182/19)

Hessisches Finanzgericht entscheidet gegen Familienkasse

Die Familienkasse hatte das ursprünglich festgesetzte Kindergeld im Juni 2018 aufgehoben. Laut Gericht vertrat sie die Auffassung, es läge keine Unterbrechung der Ausbildung vor, sondern das Kind habe das FSJ abgebrochen.

Das Hessische Finanzgericht urteilte aber, dass für die Zeit einer Erkrankung weiterhin Anspruch auf Kindergeld bestehe. Dieser Grundsatz sei auf den Fall einer Erkrankung während eines Freiwilligendienstes übertragbar. Unerheblich sei dabei, dass das Kind das Soziale Jahr nach der Behandlung bei einem anderen Träger fortgesetzt habe.

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 Deutsche Presseagentur – Landesdienst Hessen