Rente / 10.11.2017

VdK fordert sozialen Kurswechsel

Sozialverband erhofft sich von möglicher Jamaika-Koalition eine Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent.

Berlin (sth). Der Sozialverband VdK Deutschland hat die möglichen Jamaika-Koalitionspartner zu einem sozialen Kurswechsel aufgerufen. "Wir appellieren an die zukünftigen Koalitionspartner, soziale Themen zu einem Schwerpunkt des neuen Koalitionsvertrags zu machen", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Resolution des VdK. "Wir brauchen eine Politik, die Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen sowie offene Fragen zur Zukunft des Renten-, Pflege- und Gesundheitssystems zügig anpackt", so der Sozialverband.

So würden Kürzungsfaktoren und hohe Rentenabschläge die Alterseinkommen spürbar ausbremsen. Die "Talfahrt des Rentenniveaus" müsse gestoppt und das Rentenniveau "perspektivisch auf 50 Prozent angehoben" werden, fordert der VdK. Zudem müssten die Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten von meist 10,8 Prozent für künftige und heutige Rentner gestrichen werden. "Durch diese Maßnahmen werden Ausgaben für die Grundsicherung im Alter eingespart", heißt es in der Resolution.

Ein zentrales Anliegen der künftigen Bundesregierung müsse zudem die "vollständige Angleichung der Mütterrenten" sein, schließt sich der Verband einer Forderung der CSU an. Gleichzeitig müsse es für gesetzliche Renten, beispielsweise die Mütterrente, ähnlich wie ab 2018 bei der privaten Zusatzvorsorge einen Freibetrag bei der Grundsicherung von 200 Euro geben, "damit diese Leistungen bei den Bedürftigen wirklich ankommen", so der VDK. Auch der Sachverständigenrat hatte sich in seinem am Mittwoch veröffentlichten Jahresgutachten für einen solchen Freibetrag ausgesprochen.

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www.vdk.de

Link zur Resolution des Sozalverbands VdK mit Forderungen an die künftigen Regierungsparteien

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Autor

Stefan Thissen