Rente / 19.09.2019

VdK: Konsequenzen gegen Renten-Geschlechterlücke

Sozialverband fordert bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit für alle Beschäftigten.

Bild zum Beitrag "Konsequenzen gegen Renten-Geschlechterlücke". Das Bild zeigt Verena Bentele, die Präsidentin des VdK

Osnabrück (ots). Angesichts der deutlichen Lücke zwischen den Renten von Männern und Frauen fordert der Sozialverband VdK Deutschland eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit für alle Beschäftigten. VdK-Präsidentin Verena Bentele reagierte damit in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf eine Untersuchung der Universität Mannheim und der niederländischen Tilburg University. Danach erhalten Frauen im Durchschnitt 26 Prozent weniger gesetzliche Rente als Männer (www.ihre-vorsorge.de berichtete).

Die VdK-Präsidentin betonte, Familienarbeit sei auch heutzutage noch in erster Linie Frauenarbeit. Viele Mütter wollten gerne mehr arbeiten, um auch im Alter gut abgesichert zu sein. "Doch alle, die aktuell auf der Suche nach einem Kitaplatz sind, wissen, wie schwierig das Unterfangen ist. Letztendlich landen deswegen vor allem Frauen häufig in der Teilzeitfalle." Bentele forderte vor diesem Hintergrund, die Ganztagesbetreuung in Kitas schnellstmöglich auszubauen. "Zudem braucht es flexiblere Arbeitszeitmodelle als bisher und ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit für alle. Es kann nicht sein, dass dieses Recht abhängig ist von der Größe des jeweiligen Unternehmens. Hier besteht dringend Handlungsbedarf."

Hintergrund: Kleine Unternehmen mit bis zu 45 Beschäftigten sind von der sogenannten Brückenteilzeitregelung ausgenommen. Um diese Arbeitgeber nicht zu überfordern, gibt es für deren Beschäftigte keinen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Für Unternehmen von 46 bis zu 200 Mitarbeitern gilt eine Zumutbarkeitsgrenze: Hier muss pro 15 Beschäftigten nur jeweils einem Antrag auf befristete Teilzeit entsprochen werden.