Soziales / 17.04.2019

Veränderte Voraussetzungen für Arbeitslosengeld

Eine ab 2020 geltende Änderung der Anspruchsvoraussetzungen für das Arbeitslosengeld werden voraussichtlich rund 20.000 Arbeitslose nutzen.

Bild zum Thema: Veränderte Voraussetzungen für Arbeitslosengeld. Es zeigt das Logo der Bundesagentur für Arbeit.

Nürnberg (iab). Um Arbeitslosengeld beanspruchen zu können, muss man innerhalb der letzten 24 Monate, der sogenannten Rahmenfrist, mindestens 12 Monate beschäftigt gewesen sein. Ab dem Jahr 2020 verlängert sich die Rahmenfrist von 24 auf 30 Monate.

Mit Daten aus dem Jahr 2017 – das sind die aktuellsten, die für die Berechnungen geeignet sind – hat die IAB-Forscherin Gesine Stephan untersucht, wie viele Arbeitslose die Änderung der Rahmenfrist nutzen werden. Im Jahr 2017 wären es gut 20.000 Personen gewesen.

Nicht alle Personen die dafür in Betracht kommen, beantragen Arbeitslosengeld

Theoretisch hätten aufgrund der Änderung sogar rund 50.000 Personen zusätzlich Anspruch auf Arbeitslosengeld. Tatsächlich beantragen aber bei weitem nicht alle Personen Arbeitslosengeld, die rein rechnerisch dafür in Betracht kommen. Manche ziehen sich nach einem Beschäftigungsverhältnis zeitweise vom Arbeitsmarkt zurück, beispielsweise weil sie ein Studium aufnehmen. Andere beantragen Rente. Auch die Rückkehr von Saisonarbeitnehmern in ihr Heimatland spielt hier eine Rolle.

50.000 Personen haben einen zusätzlichen Arbeitslosengeld-Anspruch

Unter den rund 50.000 Personen in Deutschland, die 2020 einen zusätzlichen Arbeitslosengeld-Anspruch hätten, sind gut 10.000, die ohne die geänderten Anspruchsvoraussetzungen statt dem Arbeitslosengeld nur Arbeitslosengeld II bekämen. Ein Teil von ihnen wird aber auch parallel zum Arbeitslosengeld-Bezug weiter auf das Arbeitslosengeld II angewiesen sein, da ihr Arbeitslosengeld-Anspruch zu niedrig ist, um davon leben zu können.

Autor

 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)