Rente / 31.01.2018

Verband will Nachbesserung bei Renten

VdK-Präsidentin Mascher fordert, das Rentenniveau wieder auf 50 Prozent anzuheben und Abschläge auf EM-Renten abzuschaffen.

Berlin (ots/sth). "Union und SPD müssen in der Sozialpolitik deutlich nachbessern. Mit den derzeit geplanten Maßnahmen wird das selbst gesteckte Ziel, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die entstandenen Spaltungen zu überwinden, verfehlt." Das erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, jetzt mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen.

So sei es "absolut unverständlich", dass es die geplante Neuregelung bei der Mütterrente nur für Frauen geben soll, die drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht haben. „Mütter erster und zweiter Klasse darf es nicht geben. Von der Mütterrente müssen alle Mütter profitieren", forderte Mascher. Der VdK begrüße zwar die geplante Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent. „Sie kann aber nur ein erster Schritt sein, mittelfristig muss es wieder auf 50 Prozent erhöht werden", so Mascher.

Positiv sei, dass die Anhebung der Zurechnungszeiten für Erwerbsminderungsrenten in einem Schritt erfolgen solle. „Die Bestandsrentner müssen aber auch etwas von den Verbesserungen haben. Außerdem müssen die systemwidrigen Rentenabschläge bei Erwerbsminderung endlich abgeschafft werden. Das wäre das wirksamste Mittel, um der großen Armutsgefährdung vieler Betroffener entgegenzuwirken", erklärte die VdK-Präsidentin.

Auch die vorgeschlagene Grundrente ist aus Sicht des VdK kein effektives Instrument zur Bekämpfung von Altersarmut: „Viele Frauen schaffen 35 Beitragsjahre gar nicht. Zudem werden Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht angerechnet. Die meisten bleiben also weiterhin in der Grundsicherung hängen", sagte Mascher. Zielgerichteter sei der Vorschlag für einen Freibetrag in der Grundsicherung von 200 Euro für Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Mütterrente.

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Autor

Stefan Thissen