Gesundheit / 15.09.2020

Verengte Halsschlagader kann zu Schlaganfall führen

Ablagerungen in der Halsschlagader bleiben oft lange unbemerkt. Sobald sich dort aber Gerinnsel lösen, kann es gefährlich werden.

Patient wird vom Notarzt in die Krankenhaus-Stroke-Unit gebracht, Arzt begleitet die Bahre mit dem Patienten und hält eine Infusionsflasche in die Höhe.

Berlin (dpa/tmn). Kalkablagerungen in der Halsschlagader fallen oftmals lange nicht auf. Sie können allerdings im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall führen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) hin.

Menschen ab 65 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen oder Nikotinkonsum sollten deshalb zu einem jährlichen Vorsorge-Screening. Dieses sollte man aus Angst vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus in der Klinik oder Praxis auch nicht auf die lange Bank schieben, betont die DGG.

Wird eine Verengung festgestellt, kann sie laut DGG meist mit Medikamenten behandelt werden, solange sich keine Symptome zeigen. In dem Fall wird abgewartet und regelmäßig kontrolliert.

Gerinnsel mit gefährlichen Folgen

Wenn an den Ablagerungen aber Blutgerinnsel entstehen, die sich ablösen und immer wieder Blutgefäße im Gehirn verstopfen, ist das ein Problem. Das kann zu neurologischen Ausfällen führen – etwa Kribbeln an Armen oder Beinen einer Körperhälfte, Lähmungserscheinungen, dem Einknicken eines Beines oder einseitigen Sehstörungen.

Kommen solche Symptome einer Durchblutungsstörung des Hirns und eine festgestellte Verengung der Halsschlagader auf beiden Seiten von mehr als 50 Prozent zusammen, sollten die Ablagerungen nach Angaben der DGG operativ entfernt werden.

Laut der Fachgesellschaft haben jährlich bis zu 30.000 Menschen einen Schlaganfall, für den Ablagerungen an der Gefäßwand einer verengten Halsschlagader die Ursache sind.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst