Rente / 16.08.2019

Viele Deutsche arbeiten im Rentenalter weiter

IAB: Vor allem besser ausgebildete und gering qualifizierte Beschäftigte bleiben auch nach der Altersgrenze im Beruf.

Bild zum Beitrag"Viele Deutsche arbeiten auch im Rentenalter weiter". Das Bild zeigt einen älteren Handwerker mit einer Wasserflasche.

Nürnberg (iab/dpa/sth). Mehr und mehr Menschen im Rentenalter gehen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg auch im Rentenalter noch ihrem Job nach. Das betreffe einerseits Geringverdiener. Andererseits blieben aber auch Menschen mit guter Ausbildung häufig nach dem Renteneintritt im Alter von deutlich über 65 Jahren noch im Beruf. Hintergrund sei unter anderem ein Mangel an Fachpersonal, erläuterte der IAB-Forscher Christian Westermeier.

Aus dem Geburtsjahrgang 1950 waren nach Angaben des IAB sechs Monate nach Erreichen des Regelrentenalters ("65 plus") noch 170.000 Männer und Frauen bundesweit als Angestellte beschäftigt. Dieser Wert sei doppelt so hoch wie beim Jahrgang 1945. Allerdings seien die Nachkriegsjahrgänge auch deutlich stärker. Prozentual sei eine Erhöhung vom Jahrgang 1945 zum Jahrgang 1950 um drei Punkte auf 14 Prozent verzeichnet worden. Zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Ost- und Westdeutschland gebe es jedoch kaum Unterschiede, so das bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) angesiedelte Institut.

Zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Ost und West gibt es laut der Studie kaum Unterschiede beim Anteil der Erwerbsbeteiligung jenseits der Altersgrenze. Auch die Branche, in der ältere Beschäftigte vor Erreichen des Rentenalters gearbeitet haben, habe "kaum einen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung 65 plus". Allerdings sei in einigen Branchen ein Wechsel in einen anderen Betrieb deutlich wahrscheinlicher als in anderen, so das IAB - zum Beispiel in der öffentlichen Verwaltung oder in der Finanz- und Versicherungsbranche.

Mehr zum Thema:

http://doku.iab.de

Aktuelle IAB-Studie zur Erwerbstätigkeit im Rentenalter (im pdf-Format)

Autor

 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)