Soziales / 27.10.2020

Viele Selbstständige in der Krise auf Hartz 4 angewiesen

Die Zahl der Hartz-4-Anträge von Selbstständigen ist in der Krise stak gestiegen – in Thüringen zwischenzeitlich um den Faktor 25.

Halle/Erfurt (dpa/th). In Thüringen haben wegen der Corona-Krise etliche Selbstständige Hartz 4 beantragen müssen, um über die Runden zu kommen. Sie meldeten sich bei den Jobcentern, da sie plötzlich einen erheblichen Ausfall an Einnahmen oder gar keine Einnahmen mehr hatten, wie ein Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit erklärte. Dies führte dazu, dass die Zahl der Neuanträge von Selbstständigen, die bei den Jobcentern Leistungen aus der Grundsicherung beantragt haben, von 50 im März dieses Jahres auf rund 1330 im April anstieg.

Darunter waren auch sogenannte Solo-Selbstständige. Dazu zählen Ein-Frau oder Ein-Mann-Unternehmen, wie es sie oft in der Kultur- und Unterhaltungsszene gibt. Deren Situation ist nach Branchenangaben nach wie vor sehr angespannt. So appellierte der Deutsche Musikrat an den Bund, die Überbrückungshilfen an die Lebensrealität und Nöte der soloselbstständigen Kreativschaffenden anzupassen. Die umfangreichen Konjunkturprogramme hätten viele Bereiche des Kulturlebens erreicht, erklärte ein Sprecher. Doch wie Soloselbstständige Mieten und Versicherungen bezahlen sollen, sei nach wie vor ungeklärt.

Seit dem Ausbruch der Pandemie waren von Bund und Ländern diverse Pakete mit Hilfsangeboten geschnürt worden. Mit dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft gingen die Zahlen der neuen Anträge auf Hartz IV von Selbstständigen in Thüringen im Sommer zurück. Im Mai waren es noch 821, im September 61 im Freistaat.

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 Deutsche Presseagentur