Gesundheit / 23.09.2020

Viele Zahncremes fallen im Test durch

Fluorid schützt vor Karies, deshalb ist es in vielen Zahncremes enthalten. Aber auch in ausreichender Menge?

Zahnpasta aus der Tube wird auf eine elektrische Zahlbürste aufgetragen

Berlin (dpa/tmn). Damit Zahncremes vor Karies schützen, müssen sie Fluorid enthalten. Doch in einer Untersuchung der Stiftung Warentest enthalten viele Pasten das Spurenelement nicht oder bei weitem nicht in ausreichender Menge – und fallen deshalb durch.

Unterm Strich waren 8 von 21 Pasten wegen ihrer schlechten Kariesprophylaxe „mangelhaft“ (Zeitschrift „test“, Ausgabe 10/2020). Sieben Cremes bewerteten die Warentester mit „sehr gut“, fünf mit „gut“ und eine mit „befriedigend“.

Fluorid ist ein Muss für die Kariesprophylaxe

Auch der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dietmar Oesterreich, betont: „In der Zahnmedizin wird einhellig die Meinung vertreten, dass Fluorid ein Muss ist in Zahnpasten, wenn die Kariesprophylaxe im Fokus steht“.

„Im Mund gibt es ein ständiges Wechselspiel von Bakterien, die Zahnbeläge bilden und Säuren produzieren, die wiederum Mineralien aus der Zahnhartsubstanz lösen“, erklärt Oesterreich. Karies kann auf Dauer die Folge sein. „Fluorid ist wichtig für die Reparatur.“ Die herausgelösten Mineralien, zum Beispiel Kalzium, werden durch Fluorid gebunden und wieder in die Hartsubstanz eingelagert. Dazu kommt, dass Fluorid auch den Stoffwechsel der Bakterien verlangsame, wodurch diese dann nicht mehr so aktiv in der Produktion von Säure seien.

Vorsicht bei Kindern

Wichtig zu beachten: Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta bei Kleinkindern nutzt, sollte keine Fluorid-Tablette zusätzlich geben. Ab dem Schulalter rät die Stiftung Warentest zu Juniorpasten, welche ähnlich viel Fluorid enthielten wie Zahncremes für Erwachsene. Auch Erwachsenenpasten seien für Schulkinder geeignet. Sie sollten aber kein Zink enthalten.

Autor

 Deutsche Presseagentur